Beweis an die Jugend und deren Eltern, dass es sich auch lohnt, Zeit, Geld und Energie in ihre Kinder zu investieren.
Erreicht ist noch nichts, aber hier steht auch eine sehr involvierte Familie dahinter:
"Kinder müssen auch einfach Kind sein dürfen"
Heute startet der KAC in die Play-Offs. Wie ganze Familien für den Sport leben zeigen Gernot Apschner aus Klagenfurt sein Sohn KAC-Nachwuchscrack Gerrit Böhs (12).
Gerrit Böhs und Papa Gernot Apschner zusammen am Eis
Philip Edlinger
Sport
4. März 2020,
10:11 Uhr
Der 12-jährige Gerrit Böhs geht für die U13 des KAC auf Torjagd. Mit dabei ist auch meistens Papa Gernot Apschner. Der Alltag von Apschner und seiner Frau Barbara Böhs steht im Einklang mit dem Programm des Nachwuchsspielers der Klagenfurter Rotjacken. In der Früh geht es ins Lerchenfeld-Gymnasium, dann ab zum Training und am Abend ab nach Hause. „Weil er so eingeteilt ist, hole ich ihn aus Zeitgründen ab und bringe ihn in die Schule und zum Training. Dazwischen sollten noch Hausübungen gemacht und gelernt werden. Denn Voraussetzung ist trotz allem einmal eine fundierte Schulbildung“, sagt Apschner.
Der Sport diktiert den Wochenablauf von Gerrit. Drei bis fünfmal geht es aufs Eis, am Wochenende stehen Spiele an. „Aus der Freude daran, die Kinder spielen zu sehen, fährt man natürlich ab und zu auch zu Auswärtspartien mit, bei Heimspielen ist man sowieso in der Halle. Der Aufwand ist also nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell. Zu der Jahresmitgliedschaft kommen ja auch Sommertraining, Camps und Turniere“, sagt Apschner, der seinen Sohn und dessen Bedürfnisse genau kennt. „Wenn ich merke, dass er körperlich überlastet ist, nehme ich ihn auch manchmal aus dem Trockentraining und mache mit ihm ein entlastenderes Programm mit etwa Dehn- oder Stabilisationsübungen“, sagt der studierte Sportwissenschafter und fügt an: „Der Verein will, dass die Kids Leistung bringen. Wie es meinem Kind wirklich geht, erkenne ich wohl früher und dann wird gehandelt.“
Viel Unterstützung aber auch Eigenverantwortung
Bei all dem Programm sei es auch wichtig, „dass Kinder einfach einmal auch die Zeit haben, Kinder sein zu können. So muss ich ihn ab und zu zu seinem Glück zwingen und ihm sagen, dass er eine Pause einlegen soll. Kinder müssen sich einfach auch fadisieren können, nur so können sie abschalten. Dazu gehört auch, dass wir das Internet und die Playstation reduzieren“, sagt Apschner, dessen älterer Sohn Jan (29) bei den Wörthersee Piraten Basketball spielt und seinem Halbbruder Gerrit auch bei schulischen Angelegenheiten zur Seite steht.
Durchsetzen muss sich der Junior trotz aller Unterstützung von der Familie im Verein aber selbst: „Ich werde nicht für ihn mit dem Trainer sprechen. Wenn ihm etwas nicht passt, kann er das selbst regeln. Ich bin stolz, dass ich ihm das vermitteln konnte. Auf jeden Fall ist Eishockey eine tolle Schule fürs Leben.“ Denn vermeintliche Ungerechtigkeiten „werden ihn später auch im Berufsleben immer wieder einholen. Dann muss man auch für sich einen Weg finden, damit umzugehen.“ Bis dahin jagt Gerrit jedenfalls heuer einmal mit der U13 den Meistertitel.