sodala,folgender text sollte sehr viel aufschluß über die situation in/um/warum in luleå's team mit auf-abstieg geben . . . .
Original von Tine
PS.: Weißt du zufällig, was Lener gegen Koch hat, hat es da was gegeben, oder sind es rein sportliche Gründe?
@Alter Schwede:
Klar - auch wenn's nahezu ein Mysterium ist. Sportliche Gründe sind es nicht, sämtliche Verantwortliche außerhalb des Trainerstabes sind zufrieden bis sehr zufrieden mit Thomas, das bestätigt Sportchef Lars Modig auch immer wieder aufs Neue. Menschlich oder disziplinär hat sich Thomas sowieso nichts zu Schulden kommen lassen, auch das wird in Luleå an jeder Ecke bestätigt. Als ich in der letzten Saison in Luleå war, habe ich mit dem Haus- und Hof-Journalisten vom Kuriren gesprochen, der auch bestätigte, dass der Lebenswandel von Thomas einwandfrei ist, er zwar ruhig und zurückhaltend, aber charakterlich einwandfreier Teil der Mannschaft ist. Was die Journalisten in Norrbotten auch sehr schätzen ist, dass sich Thomas sehr gut angepasst hat, das ganze sehr professionell angeht - u.a. hat er nach rund einem Jahr in Luleå bereits Interviews auf Schwedisch gegeben.
Ich verwende den Begriff "Zerwürfnis" ungerne, denn dazu gehören immer zwei. Angefangen hat die ganze Misere jedoch im Vorjahr nach der Vorbereitung. Diese spielte Thomas herausragend, war Luleås bester Scorer. Nach zwei durchschnittlichen Leistungen in den ersten beiden Partien (Linköping und Färjestad daheim), die sich allerdings an die nicht ausreichende Darbietung der gesamten Mannschaft anpasste, wurde Thomas von Lener in die dritte Linie versetzt, kam im Powerplay gar nicht mehr und in Unterzahl nur selten zum Zug. Eigentlich war davon auszugehen, dass diese Versetzung nur von kurzer Dauer sein sollte, es blieb dann aber über Wochen dabei, wobei besonders arg war, dass Lener diese Umstellung nicht erklärte. Im dritten Block hatte es Thomas natürlich umso schwerer, zu glänzen (grundsätzlich eher ne Überbrückungs-Linie, weniger Offensiv-Aktionen, mehr Defensivarbeit, schwächere Nebenspieler) und so kam er kaum in die Gänge, traf erst in der 13.Runde erstmals. Für Lener war dies natürlich die Gelegenheit, sich selbst und seine Entscheidung bestätigt zu sehen.
Thomas hat nie und wird auch kein schlechtes Wort über Lener verlieren, er wird immer seine "Professionalität" hervorheben. Ich habe es auf der Tribüne aber oft als Erniedrigung des Spielers mit der Nummer neun erlebt, wie Lener mit ihm umgegangen ist. Im Powerplay plötzlich seine zwei (ohnehin eher schwachen) Nebenspieler aus dem dritten Block bringen und ihn schmoren lassen, dafür in der Unterzahl zu verheizen, über Wochen seine falsche Entscheidung mit der Versetzung nicht zu erklären, überhaupt das ganze Spieljahr über kaum mit Thomas persönlich zu sprechen, ihn ganz einfach zu "schneiden". Diese Einschätzung wird von lokalen Medien wie vielen Luleå-Anhängern/innen geteilt (siehe auch diverse Internetforen mit Vereinsbezug). Objektiv gibt es wenige Gründe für Leners Verhalten, ich möchte an der Stelle aber auf Thomas Cijan verweisen, der kürzlich meinte: "Er will eben keinen Österreicher in seiner Mannschaft, lieber hat er einen Tschechen oder Slowaken." Leider bringt Lener das durch sein Verhalten auch recht deutlich zum Ausdruck.
Auch wenn ein Bartecko ohne Lener nicht in Luleå spielen (und bleiben?) würde, sehe ich in ihm den falschen Trainer für den Verein. Das ist ein Traditionsklub, der immer Spieler auf gehobenem Eliteserien-Niveau hervor- oder heraus- gebracht hat (u.a. Stefan Nilsson, Johan Strömwall, Jan Mertzig), die ein starkes Kollektiv abgegeben haben und einen Trainer hatten (z.B. Lars Bergström im einzigen Meisterjahr 1996), der dies auszunützen und umzusetzen wusste. Lener wird aber eher von egoistischen Zielen geleitet, passt nicht zum Klubprofil. Leider hat er den Rückhalt im Klub (und zwar nicht unbedingt bei den Führungsfunktionären, sondern eher im Aufsichtsrat), was auch der Grund war, warum vor 15 Monaten nicht Lars Bergström wieder Trainer wurde. Alles in allem würde ich sagen, dass Thomas besser nach Luleå passt als Lener - und dass er da noch bedeutend besser hinpassen würde, wäre Lener nicht Trainer.
Dennoch hoffe ich, dass er sich noch ein Jahr quält, ihm diese Spielzeit unter diesen Rahmenbedingungen gelingt und er sich für den im kommenden Jahr frei werdenden Platz in seinem schwedischen Lieblingsklub empfehlen kann. Lyckan till!