2 x mal"KTZ" vom 03.10.2006:
=> PUNCH VON WALTER GRILL: Eine Schande ...
Ach wie trüb ist mein Sinn, wenn ich in der Fremde bin! So schrieb einst der Lyriker Max von Schenkendorf - und trüb waren wohl auch die Sinne der KACler in den ersten vier Punktepartien.
Wie schon im Vorjahr, musste der EC KAC mit einer Auswärtsorgie starten - "eine Schande für die Eishockeystadt Klagenfurt", ärgert sich Karl Nedwed, engagierter Hockey-Förderer und Präsident der Liga, spricht damit wohl allen Fans aus der Seele. Die vier Pleiten werden damit nicht entschuldigt, doch so eine Serie im "Ausland" ist völlig unüblich, ein Handicap, belastet das Team zusätzlich das.
Die Messe kann nichts dafür (Direktor Hallegger und sein Team sind dem Sport gegenüber mehr als aufgeschlossen), schuld haben Stadt und Land, die nicht für die besten Voraussetzungen für den Sport (oder die Messe ...) sorgen. Die altehrwürdige Arena (Baujahr ´59) ist ein Flickwerk, die zweite Halle lieblos geplant, mickrig, "Modell Minimundus".
Mit Wehmut erinnert sich die Eishockey-Familie: Es war in den 90er Jahren, als der damalige Sportminister Ausserwinkler und Landessportreferent Ambrozy ein neues Eissport-Zentrum (mit Eis-Dome, Trainingshalle, plus ein 1A-Hotel) bauen und auch 200 Millionen Schilling investieren wollten. Die Stadt lehnte ab die "Schwarzen" wollten halt kein "rotes" Geschenk.
Der Sport muss heute für diese politische Willkür büßen. Aber vielleicht ändern sich die Zeiten wieder ...
=> PENALTY: Rentner-Gang VON THOMAS MARTINZ
Primeau für 2006/07 zu verpflichten, schien vor der Saison kein Fehler zu sein. Die (ihrem Namen nach) Klassestürmer zu engagieren, ebenso wenig. Es war richtig, bei den Pokerspielchen um Koch & Co. w.o. zu geben und es war wichtig, Verner zu umgarnen, damit er nicht den Balzversuchen der Salzburger erliegt. Jetzt haben wir den Salat. Letzter, Torverhältnis von 10:14, und einen "Faulen Zauberer" (79,83 Prozent Fangquote) statt "Magic" im Kasten. Probleme mit den Leisten haben Probleme mit der Leistung mit sich gebracht.
Und doch sind die Fehler hausgemacht, war es blauäugig, mit dieser Rentner-Abwehr aufzulaufen. Viveiros (40) mag als Coach der "Copperfield" sein, ist aber als Spieler zu langsam. Persson (37) ist ein Mitläufer, der letzte Saison einige schlichte Gemüter mit Abstaubertoren blenden konnte. Und auch Iwanow (36) gilt als Auslaufmodell. Kurz: wir waren 2005/06 in der Defensive überfordert und nur Ahnungslose glauben, mit Rebek und Steinwender (welch wahnwitziger Einfall) die Abgänge Siklenka und Reichel wettgemacht zu haben.
Also, was tun? Warum nicht hinter dem Trainer stehen? Der VSV erlitt 2002/03 in den ersten zehn Spielen neun Niederlagen, Holst durfte bleiben und kam bis ins Finale. 1990 gab´s für den KAC unter Pöck elf Pleiten in Folge und die Rotjacken wurden Meister. Primeau hat sich ebenfalls noch eine Chance verdient.