Die Anforderungen an einen neuen Trainer haben wir glaube ich sehr oft schon diskutiert, insbesondere bei den Themen was ich bei Matikainen seit Jahren vermisst habe. Meine Aussagen gehen in Richtung Antwort, dass der neue Trainer NICHT so große Fußstapfen zu folgen hat, wie viele meinen. Für mich ist es in Bezug auf den Grunddurchgang der letzten Jahre besonders eklatant. Und ich beziehe meine Beobachtungen auf die Zeiten wo Key Player zur Verfügung standen.
Aber gerne gehen wir näher ein auf die Anforderungen. Allen voran und das habe ich bei Matikainen zu Beginn auch geschätzt, sollte ein langfristiger Plan sein, die der Trainer vorgibt und wo der Verein die Unterstützung und die notwendige Geduld zusagt. Es war eine Wohltat nach den turbulenten Jahren ein konstantes Arbeiten zu sehen. Da gibt es viel Spielraum. Der Verein sagt nicht "junge Spieler müssen eingebaut werden". Er sagt, "es muss mit jungen Spielern gearbeitet werden". Das war bei Matikainen nicht der Fall, auch bei den Ausfällen nur bedingt. Selbst als die Wittings für die 4. Linie verfügbar waren, gab es ab dem Mitteldrittel nur noch 3 Linien. Warum? Weil man sich im Herbst in eine miese Tabellensituation gebracht hat. Zu einem Zeitpunkt wo fast alle Spieler zur Verfügung standen. Insbesondere in den Heimspielen. Für mich der erste Punkt. Bereit sein, von Beginn an. Saison und Spiel. Wenn Pilloni sagt, Matikainens Vermächtnis ist quasi seine Kunst zu motivieren, dann weiß man was er wirklich denkt über das letzte Wirken, denn von Motivation war in den letzten beiden Saisonen nichts mehr sichtbar. Auch wenn wieder alle schreien werden, für mich hat er schon lange die emotionale Verbindung zur Mannschaft verloren.
Punkt 2: Das arbeiten mit Key Playern. Persönliche Gespräche mit den Spielern, sie richtig einzusetzen. Mir wird jetzt noch schlecht, wenn ich einen Haudum beim Türöffnen sehe, weil er im ALPS Team wieder herangeführt werden musste. So baut man sich seine Spieler in meinen Augen nicht auf. Matikainens System ist nicht so viel anders gewesen wie das von anderen Mannschaften. Aber es gab keine persönliche Note weil keiner wichtiger war als der andere. Jeder musste sich unterordnen, sonst sitzt er. Das kann keine Freude sein. Und mittlerweile glaube ich sogar, dass ein Petersen nur gespielt hat, weil es Matikainen so "befohlen" wurde, um Petersen zufrieden zu halten bis die Saison vorbei ist. "Setzt du nicht die Key Player ein die wir vorgeben, gibts die Entlassung". Keiner weiß wie fortgeschritten der Konflikt war, aber die Anzeichen sprechen dafür. Also um den Kreis zu Punkt zwei zu schließen: Ein Coach, der zwar seine Vorstellungen vertritt, aber das auch verständlich, persönlich mit Freiräumen für die individuellen Fähigkeiten der Spieler vermitteln kann.
Alles andere? Nebst Ausbleiben von öffentlichen Herabwürdigen von Spielern (Kapitän Fischer zb) sehe ich keine anderen Anforderungen als bisher bei Matikainen war, insbesondere wie es die ersten 3 Jahre war. Man soll in Ruhe arbeiten und etwas aufbauen können mit mehr Konnex zu den Spielern und dem Nachwuchs.
Und genau da unterscheiden sich unsere Meinungen. Ich sage, es sind riesige Fußstapfen und Erwartungshaltung für den neuen Trainer. Du beleuchtest hier einen Teil der Ära PM,- und zählst die negative Beispiele auf, dem gegenüber stehen aber genau so viele positive Entwicklungen (vielleicht nicht immer transparent oder medial ausgeschlachtet) und an der Summe es gleich bzw. besser zu machen wird sich ein neuer Trainer messen lassen. Allein das alles sollte eigentlich irgendwelche Kandidaten vom Kaliber eines Furey von vorn herein ausschließen.