Ulmer denkt nicht ans Aufgeben
Der HC Lugano liegt nach der 1:2-Pleite im Heimspiel mit 0:2 gegen den EHC Biel im Halbfinal hinten. Nach dem heutigen Training sprachen wir Verteidiger Stefan Ulmer und Trainer Greg Ireland.
Stefan Ulmer, gestern Abend hat bei euch im Gegensatz zu Spiel eins die Leistung gestimmt, aber am Schluss habt ihr den Kürzeren gezogen.
Dies stimmt, wir haben sehr gut begonnen. Schade wurde das 1:0 aberkannt. Auch im Mitteldrittel haben wir gut begonnen. Die Jungen von der vierten Linie haben den Führungstreffer erzielt, doch leider haben wir dann wie so häufig diese Saison im Mitteldrittel zwei Tore kassiert, die uns das Genick gebrochen haben.
Doch trotzdem müsst ihr das Positive mitnehmen und daran glauben, dass diese Serie noch nicht gelaufen ist.
Negativ denken bringt gar nichts. Spiel eins und Spiel zwei sind vorüber, morgen haben wir bereits Spiel drei. Eine Serie kann über sieben Partien gehen. Man braucht ja bekanntlich vier Siege um zu gewinnen, diese Serie ist noch offen.
Klar gibt es immer Details, die man verbessern kann. Wir dürften nicht wie im Mitteldrittel passiv werden. Unser Boxplay war nicht schlecht, aber trotzdem haben wir ein Tor kassiert. Die «special teams» können sicher entscheidend sein, wenn wir einen Treffer mehr schiessen als wir zulassen. Klar ist das Momentum jetzt auf der Seite der Bieler, dies ist normal bei einer 2:0 Führung, dies war bei uns in der Serie gegen Fribourg nicht anders. Alles läuft wie geschmiert, aber genau in diesen Situationen zeigt sich der starke Charakter einer Mannschaft und ich bin überzeugt dass wir diese Serie noch drehen können.
Greg Ireland, haben Sie nach einer kurzen Nacht ihre Meinung über die gestrige Partie geändert?
Manchmal tut es gut mit den Emotionen herunterzufahren und dann sich das Spiel noch einmal anzuschauen, aber ich bleibe bei meiner Meinung. Wir haben viele Sachen richtig gemacht. Biel hatte nicht viele Torchancen, ein paar kamen nach unseren Turnovers wie beim 1:2. Einerseits müssen wir unsere Emotionen nach den Pfiffen besser kontrollieren, dort haben wir vielleicht zu viele Energien verschwendet. Der andere Aspekt ist, dass wir an uns glauben. Jeder Spieler muss sich bewusst sein, dass der nächste Shift der wichtigste ist. Eine Serie wird bekanntlich nicht in zwei oder drei Spielen entschieden, sondern in vier.
In den Playoffs musst du ein Kurzzeitgedächtnis haben. Es spielt keine Rolle, ob du gewonnen oder verloren hast. Abhaken und volle Konzentration auf die nächste Partie. Gestern wurden wir für eine gute Leistung schlecht belohnt, doch weder im Sport, noch im richtigen Leben läuft alles wie am Schnürchen. Wichtig ist, wie du reagierst wenn du einen Rückschlag erleidest. Dort zeigt sich der wahre Charakter. Wir wissen wo wir uns verbessern müssen, diese Punkte haben wir heute angesprochen. Auch ihr Journalisten ändert schnell eure Meinung. Nach dem Auswärtsspiel vom 3. März in Davos habt ihr uns abgeschrieben, 48 Stunden später haben wir den gleichen Gegner mit fünf Toren aus der Halle geschossen, da waren wir dann wieder die grössten. Die Situation kann sich schnell ändern, jetzt haben uns viele bereits abgeschrieben.