Manzato: «Ich möchte bei den Lakers sesshaft werden»
Daniel Manzato absolvierte gestern Morgen sein erstes Training in Rapperswil-Jona und zeigte sich hinterher sehr angetan von den Lakers. Seine Torhüter-Konkurrenten Marco Streit und Simon Züger gaben sich derweil kämpferisch.
Von Fredi Fäh
Eishockey. – Er war am frühen Morgen mit dem Auto direkt aus Fribourg angereist. Kurz nach halb zehn betrat Daniel Manzato in voller Montur die Eisfläche in der Rapperswiler Diners Club Arena. Die erste Trainingseinheit an seiner neuen Wirkungsstätte wartete. «Die Halle ist für mich nicht fremd. Ich habe hier schon mit Basel gespielt und mit der Schweizer Nationalmannschaft trainiert», erklärte der 25-jährige Torhüter.
Am Samstag hatte Manzato seine Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag gesetzt. Die längerfristigen Perspektiven, die ihm die Rapperswil-Jona Lakers bieten konnten, beeinflussten ihn in seiner Entscheidungsfindung stark. «In Nordamerika reiste ich in den letzten zwei Jahren ständig herum. Ich musste mehrmals den Klub wechseln», erklärte er in Anlehnung an seine Zeit als Angestellter der NHL-Organisation der Carolina Hurricanes. «Nun bin ich froh, in Rapperswil-Jona zu sein. Ich möchte hier sesshaft werden.»
Das starke Interesse der Lakers
Die ersten Eindrücke, die er von seinem neuen Arbeitgeber gewinnen konnte, wertete Manzato durchwegs als sehr positiv. Beeindruckt zeigte sich der 22-fache Internationale speziell vom starken Interesse der sportlichen Führung an seiner Person. Er bekam in den zurückliegenden, knapp drei Wochen andauernden Vertragsverhandlungen das entgegengebrachte Vertrauen zu spüren. «Man hat wirklich alles unternommen, um mich zu verpflichten», stellte der Westschweizer fest. Letztlich liess er sich von den intensiven Gesprächen mit der Vereinsleitung sowie mit Trainer Raimo Summanen überzeugen und sagte zu, obschon für ihn noch andere Optionen zur Debatte standen. «Rapperswil-Jona ist der ideale Ort, um mich weiter zu entwickeln», gab Manzato in überzeugendem Ton zu verstehen.
Bei den Carolina Hurricanes konnte sich der Schweizer Nationalgoalie in den vergangenen zwei Jahren nicht wunschgemäss entfalten. Der Aufstieg in die National Hockey League blieb ihm verwehrt. Trotzdem stellte für ihn das Engagement in der Fremde eine lehrreiche und überaus wertvolle Zeit dar. «Ich habe viele Erfahrungen sammeln können und bin mental stärker geworden.» Dem bevorstehenden Konkurrenzkampf mit den beiden bisherigen Torhütern Marco Streit und Simon Züger blickte er daher voller Zuversicht entgegen. «In Nordamerika musste ich jeden Tag um einen Platz im Team kämpfen. Ich bin mich an diese Situation gewohnt.» Kämpfen will Manzato auch um seinen Platz im Nationalteam. Die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im kommenden Jahr in Vancouver hat er zum Ziel erklärt. «Es ist sicher ein Vorteil, wieder in der Schweiz zu sein. Hier kann ich mich dem Nationalcoach präsentieren.»
Zügers Erinnerungen an Lugano
Die Verpflichtung von Daniel Manzato hat bei den Rapperswil-Jona Lakers die Hierarchie auf der Torhüterposition durcheinander gebracht. Der bisherige Stammgoalie Marco Streit dürfte sich in Zukunft mit der Rolle als Nummer zwei abfinden müssen. Für Simon Züger, den bisherigen Ersatzmann von Streit, bleibt wohl nur noch ein Platz auf der Tribüne. Beide bekräftigten gestern aber in aller Deutlichkeit, den Kampf mit ihrem neuen Konkurrenten aufnehmen zu wollen. «Ich werde weiterhin mein Bestes geben», versicherte Streit. «Ich betrachte die veränderte Situation als Herausforderung.» Derweil erinnerte sich Züger an seine Zeit in Lugano, wo ihm von einem Tag auf den anderen David Aebischer vor die Nase gesetzt wurde. «Es besteht kein Grund aufzugeben. Ich muss nun das Beste aus der Situation machen.»
Überrascht zeigten sich die beiden bisherigen Lakers-Torhüter, deren Verträge bis im kommenden Frühling ihre Gültigkeit besitzen, vom Zeitpunkt der Verpflichtung des neuen Torhüters. «Im ersten Moment glaubte ich, man ziehe mir den Boden unter den Füssen weg», schilderte Streit seine Gefühlslage, als er am Samstagabend im Anschluss an die Partie gegen Dynamo Moskau von der Vereinsleitung über den Transfer informiert worden war. «Ich hätte eigentlich erwartet, dass ich in der Meisterschaft eine Chance bekäme, mich zu zeigen.» Und Züger wollte ursprünglich die bevorstehende Meisterschaft zu einem Neuanfang nutzen. Er hoffte auf mehr Einsatzmöglichkeiten. Die Klubführung der Lakers hat nun seine Pläne durchkreuzt.
SO, 25.08.09
Vorbereitungsspiele: Montag, 24. August 2009
HC Lugano - Dynamo Moskau 5:2 (1:1, 2:0, 2:1)
Ort: Resega, Lugano
Zuschauer: 2718
Schiedsrichter: Kurmann, Bürgi/Kohler
Tore: 5:33 Komarov (Valentenko/Ausschluss Saprykin!) 0:1. 12:31 Domenichelli (Hirschi, Nummelin/Ausschluss Denisov) 1:1. 23:03 Hirschi (Kostovic) 2:1. 32:59 Romy (Akerman) 3:1. 40:24 Domenichelli (Hirschi, Robiitaille) 4:1. 43:17 Zhitnik (Karamnov, Krysanov/Ausschluss Tolpeko!) 4:2. 55:41 Hamilton (Romy) 5:2.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Lugano, 7-mal 2 Minuten gegen Dynamo Moskau.
Schüsse: 6:31 (11:11, 16:11, 9:9)
Lugano: Aebischer; Hirschi, Nummelin; Domenichelli, Robitaille, Lemm; J. Vauclair, Akerman; Sannitz, Hamilton, Romy; Nodari, Chiesa; Jörg, Conne, T. Vauclair; Kostovic, Schlagenhauf, Näser.
Dynamo Moskau: Eremeev; Budkin, Golovkov; Valentenko, Vorobyev; Denisov, Rachunek ;Zhitnik, D. Markov; Karamnov, Krysanov, Goroshansky; Afanasenkov, Komarov, Tolpeko; Omark, Haryu, Weinhandl; Saprykin, Hudler, Epanchintsev.
Bemerkungen: HC Lugano ohne Profico (U20-Nati), Murray und Helbling (beide geschont).