Die Athletik der Spieler ist heutzutage sicher eine andere.
Darunter leidet sicherlich die Technik, Kreativität und Individualität.
'Der Star ist die Mannschaft' - Berti Vogts - da hat das Umdenken begonnen. Im Fußball, wie auch im Eishockey
Die sowjetische Sbornaja war ja auch zur damaligen Zeit eine spezielle Einzelerscheinung - ein Verein, der fast deckungsgleich mit der Nationalmannschaft ist, hat es wohl nirgendwo gegeben Und dass die jeweils besten Spieler dorthin 'abkommandiert' wurden - kann man wohl auch nur in einem totalitären System finden...
Warum sollten Technik, Kreativität und Individualität unter der Athletik leiden?
Ohne Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination (:= Atheltik) gibt's auch keine "Technik" Wie soll zB eine gute Eislauftechnik ohne Athletik funktionieren? Das eine ist vom anderen nicht wirklich sinnvoll trennbar. "Kreativ" und "individuell" kann auch ein top Athlet sein, nur gerade bei letzterem muss man sich die Frage stellen, ob das individuelle eines Spielers für das Team ein Gewinn oder eine Bürde ist. Eine Hocekymannschaft ist dann gut, wenn die interne Abstimmung passt, und die Spieler Dinge tun, die dem Endzweck (mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit zumindest 1 Tor mehr als der Gegner zu schießen) dienlich sind, also im Offensivspiel möglichst viele und möglichst gute Optionen für Torschüsse zu generieren und im Defensivspiel dem Gegener jene bestmöglich zu verwehren. In beidem kann Individualität ein Vorteil aber auch eine Hindernis sein. Vorteil weil dabei unvorhergesehene Aktionen rauskommen, die es dem Gegener schwieriger machen adäquat zu reagieren als den Mitspielern, Nachteil wenn umgekehrt...
Insofern finde ich die Lamentos, dass das Eishockey in dieser oder jener Äro so viel schöner, besser oder auch nicht war irgendwie sinnlos. Durch den Wettbewerbsdruck selektiert der Lernprozess der Akteure unter den gegebenen Rahmenbedingungen sicher die effizienten Strategien heraus. Die besten Spieler haben sicher das Zeug, das "keep it simple", auch wenns ihnen eingetrichtert wurde, zu durchbrechen, wenn es hilft Spiele zu gewinnen, da hätte ich mal keinen Zweifel...und die nicht so guten Spieler fahren mit keep it simple eh besser als wenn sie Dinge probieren, die sie selbst und das Team ohnehin überfordern.