Ökonomische Arbeiten haben gezeigt, dass ein payroll cap (obergscheit modus ein: salary ist das Gehalt eines Angestellten, die Summe der Gehälter, die ein Unternehmen zahlt heißt payroll und davon redet man ja immer; obergscheit aus) geeignet ist die Ausgeglichenheit in einer Liga mit unterschiedlich finanzstarken Teilnehmern zu erhöhen.
Diese Arbeiten haben zumeist die nordamerikanischen Profiligen als Grundlage weshalb man noch dazusagen muss, dass ein payroll cap nicht nur die Ausgeglichenheit erhöht sondern, eine Umverteilung der Einnahmen von den Spielern zu den Teameigentümern zur Folge hat. Dieser Aspekt ist für die österreichische Situation aber irrelevat, da unsere Klubs keine Profitmaximierer sind (können sie ja schon alleine von der Rechtsform her nicht sein).
Die Sache hat natürlich auch einen Preis: gut wirtschaftenden Vereinen mit vielen Fans wird die Möglichkeit entzogen ihre Mittel wieder einzusetzen und sportlich zu wachsen. Das Spielniveau wird (möglicherweise) abgesenkt um die Ausgeglichenheit zu erhöhen und die Kosten in den Griff zu kriegen. Aber der Preis kann's Wert sein.
Soviel zur Theorie.
Das Problem sehe ich bei der Durchführung. Unsere Spitzeneishockeyszene hat keine gute Tradition was die Einhaltung von sich selbst auferlegten Regeln betrifft. Und alle Regelungen, die die Finanzen betreffen sind extrem schwer zu überwachen, gerade auch, weil die Gehälter bei uns nicht so hoch sind, dass gewisse nicht finanzielle Nebenleistungen (Auto, Wohnung, etc...), die so gut wie überhaupt nicht kontrollierbar sind, sehr stark ins Gewicht fallen.
Und eines möchte ich noch loswerden:
Über die Klubmanager wird ja immer viel geschimpft, wie blöd die nicht sind die "Preistreiberei" mitzumachen. Das kann sich aber KEINER aussuchen. Wir alle gehen in die Hallen, weil wir den Wettkampf sehen wollen und es ist naiv zu glauben, dass der hinter der Bande aufhört. Wenn sich Klub A den Spieler X nicht schnappt tut's eben Klub B und A ist im A. Gefangenendilemma...
Aber zurück zum Anfang, ein payroll cap ändert natürlich nichts am grundlegenden Übel, der Knappheit hochklassiger Ö-Eishackler. Und die wird das Land nur bekommen, wenn endlich angefangen wird nachhaltig und auf größerer Breite in die Nachwuchsausbildung zu investieren.