Hannes Kartnig legt Geständnis ab
Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig hat in der Untersuchungshaft ein umfassenden Geständis abgelegt, was den Vorwurf der Steuerhinterziehung betrifft. Das hat sein Anwalt Richard Soyer bekannt gegeben.
Der Vorwurf der Steuerhinterziehung bezieht sich darauf, dass Sturm-Spieler einen Teil ihres Gehaltes aus Schwarzgeld bekommen haben sollen. Und zwar über anonyme Sparbücher, von denen sie abheben durften.
soweit die hp vom landesstudio steiermark
interessanter die aussagen des geschäftsführers der raika graz st. peter, der hausbank von kartnig, im heutigen "steiermark heute":
gelder von sturm graz sind von anonymen sparbüchern an spieler geflossen, die bank hat sich die auszahlungen von den spielern mit datum und unterschrift schriftlich bestätigen lassen und die bestätigungen dann an sturm graz geschickt "für die buchhaltung".
hier handelt es sich - jedenfalls aus der sicht der finanzverwaltung - um eine extrem "schlaue" vorgangsweise:
die "schwarzlohnauszahlungen" sind mit datum und unterschrift der spieler festgehalten und im original noch vorhanden. damit wird es den spielern nicht leicht fallen, glaubwürdig zu behaupten, nie "schwarzlöhne" kassiert zu haben und, wenn das geld über diesen weg geflossen ist, davon ausgegangen zu sein, dass all diese gelder mit sicherheit vom "verein versteuert" worden sind - weil dann die gelder ja wohl auf die gehaltskonten der spieler überwiesen worden wären. und auch der geschäftsführer der raika sollte sich warm anziehen.
es ist zwar der dienstgeber in gestalt des vereinsobmanns kartnig für die korrekte lohnsteuerberechnung und -abfuhr abgabenrechtlich verantwortlich und er macht sich als unmittelbarer täter wegen abgabenhinterziehung strafbar, wenn er diesen pflichten vorsätzlich nicht genügt und abgabenverkürzungen bewirkt hat (trotz geständnis gilt auch für ihn die unschuldsvermutung).
an einer abgabenhinterziehung können sich aussenstehende aber als "beitragstäter" beteiligten (früher beihilfe genannt), wenn sie die tat des unmittelbaren täters physisch oder psychisch "ermöglichen" oder wenigstens "erleichtern". und das haben sowohl spieler, als auch der geschäftsführer der raika getan, wenn sie löhne über anonyme sparbücher bar ausgezahlt bzw bar aufs handerl empfangen haben; hier ist ein "unüblicher umweg" (an den sonst genutzten gehaltskonten vorbei) gewählt worden, der nur den sinn der abgabenverkürzung gehabt haben kann.
wäre in österreich höchst an der zeit, dass auch einmal "banker" und "arbeitnehmer" wegen "beteiligung" an abgabenhinterziehungen der "arbeitgeber" finanzstrafrechtlich zur verantwortung gezogen werden.
salute, vincente.