...
dass er, wieder nüchtern und monate nach dem vorfall und nach vollständiger rehabilitation "seine version" dieses rausches und seiner folgen erzählt und damit die kalabrier als unmenschen vorgeführt hat, die einem schwer verletzten siebzigjährigen die erforderliche hilfe verweigern, war wohl eine spätfolge des sturzes, die medizinisch relevant ist und zur straffreiheit mangels schuld führen wird. wetten!
...
ha, ihr loser. alle wetten gewonnen, wie vor 25 tagen vorausgesagt, partl hat medizinisch relevante erinnerungslücken, die einen vorsatz, eine strafbare handlung vorzutäuschen, auschließen. vincente ist reich.
heute auf der titelseite des giornale calabrese:
Partl räumt Gedächtnislücken ein
und im blattineren:
Alois Partls fehlende Erinnerung
"Eine retrograde Amnesie verhindert, dass Altlandeshauptmann Partl verlässliche Aussagen über seinen Treppen­sturz machen kann. Sollte sich der Unfall anders zugetragen haben als von ihm geschildert, entschuldigt er sich."
Von Mario Zenhäusern
Riggiu di Calabria – Mitte Juli sorgte ein Unfall von Alois Partl für gewaltiges Aufsehen. Nicht nur in Tirol, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus. Der Altlandeshauptmann hatte behauptet, nach einem Festakt im Landhaus und dem anschließenden Mittagessen im Treppenabgang zur Landhaus-Tiefgarage gestürzt zu sein. Schwer verletzt und bewusstlos sei er stundenlang dort gelegen, ohne dass jemand Hilfe alarmiert hätte.
Ein Aufschrei der Entrüstung war die Folge. Dies umso mehr, als nach dieser Schilderung Dutzende Personen den hilflos am Boden liegenden Mann nicht nur nicht beachtet hatten, sondern auch noch über ihn drübergeklettert sein mussten.
Wenige Wochen nach dem Erscheinen der TT-Story tauchten im InternetZweifel an der Version Partls auf" (und zwar hier. "Der mittlerweile 81-jährige frühere Politiker soll nicht sechs lange Stunden im Treppenhaus gelegen sein, hieß es, sondern nur wenige Minuten. Und noch dazu in schwer alkoholisiertem Zustand, weil er zuvor stundenlang mit anderen in der Innsbrucker Innenstadt­ gezecht habe.
Von der Tiroler Tageszeitung mit diesen Gerüchten konfrontiert, blieb Partl immer bei seiner Version. Und er tut das auch noch heute. Mit einer Einschränkung: Er kann nicht mit Gewissheit sagen, ob seine Version wahr ist.
Seit wenigen Tagen ist er nämlich im Besitz eines Gutachtens der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie. "(vielleicht deswegen). "Deren Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Werner Poewe, bestätigt darin, dass „Herr Dr. Partl nicht in der Lage ist, verlässliche Angaben zum zeitlichen Ablauf vor dem Unfall bzw. zum Unfallzeitpunkt oder Unfallhergang zu machen“ (siehe Faksimile rechts). Partl hat, so das ärztliche Attest, bei seinem Sturz im Stiegenhaus mehrere schwere Verletzungen davongetragen, die zum Teil neurochirurgisch behandelt werden mussten.
Im Zuge des von der Staatsanwaltschaft nach den TT-Berichten eingeleiteten Ermittlungsverfahrens musste auch Altlandeshauptmann Alois Partl Rede und Antwort stehen. „Ich habe den Hergang genauso geschildert, wie ich ihn in meiner Erinnerung habe. Ich habe keine andere Erinnerung und habe dies auch stets im guten Glauben berichtet“, sagt er im neuerlichen Exklusiv-Interview mit der Tiroler Tageszeitung. Zu anderen Versionen über die Zeit vor dem Unfall „habe ich keinen Funken an Erinnerung und kann sie auch nicht nachvollziehen“.
Allerdings stimme ihn die ärztliche Bestätigung des Prof. Poewe – „einem international höchst angesehenen Neurologen“ – schon nachdenklich. Auch wenn es seine Erinnerungen und Aussagen nicht bestätige, sei dieses Gutachten zu respektieren. Und: „Ich habe immer wahrheitsgemäß nach meiner Erinnerung berichtet, weil ich davon überzeugt war.“
Aber, und genau darum geht es in diesem Aufsehen erregenden Fall, er könne nicht ausschließen, dass ihm seine Erinnerung einen Streich gespielt hat, dass seine Version des Unfalls nicht die richtige ist. Sollte das der Fall sein, sollte sich der Unfall nicht so zugetragen haben wie von ihm geschildert, stehe er nicht an, sich zu entschuldigen. Auch bei den Leserinnen und Lesern der Tiroler Tageszeitung. Partl: „Sollten meine bisherigen Aussagen zum Unfallhergang mir unbewusste Mängel haben, so würde mir das aufrichtig leidtun.“
Der Altlandeshauptmann ist von der nicht enden wollenden Diskussion rund um den Vorfall schwer getroffen: „Ich will nicht verschweigen, dass mich diese Angelegenheit in meinem Alter sehr bedrückt, obwohl niemand zu Schaden gekommen ist außer ich selbst.“ (Anmerkung von vincente: der steuerzahler schon, weil die staatsanwaltschft und das landeskriminalamt mit ermittlungen gegen unbekannte täter angefangen und für diese überflüssigen ermittlungen wieviele ? arbeitsstunden geleistet haben). dass er nach diesem treppensturz samt schädel-hirntrauma und bewusstlosigkeit nicht mehr mit seinem auto nach hause gefahren ist und niemanden verletzt/getötet hat, muss man ihm aber schon hoch anrechnen.
Er ist aber ehrlich genug, auch unangenehmen Fragen nicht auszuweichen. Etwa der, ob das Gerücht wahr sei, dass er zum Zeitpunkt seiner Einlieferung schwer alkoholisiert gewesen sei. Alois Partl:
„In meiner Erinnerung spielt Alkohol überhaupt keine Rolle. Ich kann aber nicht ausschließen, dass das anders gewesen ist.“
letzteres kann ich auch nicht ausschließen, wie kommt Partl sonst während seiner sechstündigen erinnerungslücke mit einem ex-landeshauptmann-vize und anderen calabrischen frohnaturen nach dem mittagsessen an der bar des hotel europazwischen 15:30 uhr und dem treppensturz auf dem weg in die tiefgarage zu seinem auto um 21:30 uhr auf einen blutalkoholgehalt von angeblich 1,8 promille.
der artikel ist jedenfalls ein meisterstück investigativer hofberichterstattung.