Der Weißen Weste "Super-Ausrede", dass die 500.000 EUR seiner ihn testenden künftigen Schwiegermutter gehörten, ist dank penibler Ermittlungstätigkeit widerlegt.
Die Weiße Weste hätte nach ihrer Aussage als Beschuldigter im Rahmen der BUWOG-Ermittlungen die 500.000 EUR als künftiger Schwiegersohn von seiner künftigen Schwiegermutter erhalten, um unter Beweis stellen zu können, wie gut er im Spekulieren mit Geld sei - die Weiße Weste hat den Test bestanden, in wenigen Monaten den beachtlichen Gewinn in Höhe von 46 % Prozent eingfahren beim Kauf und Verkauf von 25 Prozent der Aktien der Hype Alpe Adria Group AG an die Bay. Landesbank. Und, wenn das kein Beweis ist für die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte, Fiona von seiner Schwiegermutter auch noch zur Frau bekommen.
KHG hat den Spekulationsgewinn als amtierender Finanzminister nicht der österreichischen Einkommensteuer unterworfen, weil er ja nicht der wirtschaftlich Berechtigte des Geldes und Gewinns ist, sondern seine Schwiegermutter; und sie hat in der Schweiz dafür auch keine Einkommensteuer gezahlt, sie betont dort allerdings, dass das nicht ihr Geld ist und dass sie nicht die wirtschaftlich Berechtigte des Kontos der Ferint AG bei der Meinl Bank in Wien ist, auf das die weiße Weste die fraglichen Geld ein- und ausgezahlt hat).
Die Weiße Weste hat den Ermittlern laut FORMATfolgende Storia aufgetischt, dass ihr die Schwiegermutter die insgesamt 500.000 Euro bei einem Wochenendbesuch in ihrer Wohnung in Zug in der Schweiz in Gegenwart von Fiona übergeben hat:
„Es war ein Mittagessen an einem Samstag oder Sonntag.“ Irgendwann sei sie „vom Esstisch“ aufgesprungen, zum Tresor gerannt und habe „das Geld geholt“. KHG laut Protokoll: „Meine Schwiegermutter hat einen großen Safe in der Wohnung. Wenn Sie hineinkommen, glaube ich, bei der Eingangstür irgendwo rechts.“ Sie habe ihm das Bündel in die Hand gedrückt und gesagt: „Schau, dass Du bestmöglich Geld veranlagen kannst.“ - jetzt wissen auch die Einbrecher, wo sie den Safe suchen müssen.
Grasser – damals Finanzminister der Republik Österreich – nahm die Moneten, stopfte sie ins Kuvert, sprang ins Auto und düste ab nach Wien. Zwei, drei Geldtransporte waren notwendig. Eine Überweisung kam nicht in Frage, weil alle Banken „am Wochenende“ geschlossen waren. Onlinebanking war ebenfalls nicht möglich, weil das Internet damals „so langsam“ war. Marina Giori-Lhota könne das alles bestätigen. „Ich würde mir sehr wünschen, dass vor allem meine Schwiegermutter eine Aussage dazu abgibt“, sagt Grasser laut Protokoll. Doch die entschlägt sich, Ehefrau Fiona ebenso. (dass die Banken am Wochende geschlossen haben und dass das Internet beim Geldüberweisen derart langsam ist, das ist schon eine Krux).
Die Polizei weiß nun warum Grassers Entlastungszeugen schweigen: Die Geschichte ist zu gut, um wahr zu sein. Im FORMAT exklusiv vorliegenden „Anlassbericht vom 24. Jänner 2013 – Bareinzahlungen auf das Konto Ferint AG“ wird nüchtern festgestellt: „Das Erhebungsergebnis erhärtet den Verdacht, dass Karl-Heinz Grasser am Geld, welches in bar am Ferint-Konto bei der Meinl Bank eingezahlt wurde, persönlich wirtschaftlich berechtigt ist und nicht, wie von ihm behauptet, von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota stammt.“ Es sei Buwog-Geld, vermuten die Ermittler.
Die Polizei hat Grassers Schwiemu-Story auf Herz und Nieren geprüft. So wurde ein lückenloses Bewegungsprofil von KHG und Familie erstellt. Europay-Kreditkartenabrechnungen wurden ausgewertet. Bei Columbus Travel Management und Hogg Robinson, den Reisebüros von KHG und Fiona, sowie bei Austrian Airlines und Tyrolean Jet Service wurde recherchiert.
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„Grasser wurde am 18. Dezember 2012 im Zuge einer Einvernahme durch Finanzbeamte (...) mit diesem Erhebungsergebnis konfrontiert“, steht im Polizeibericht. Das Verhör wurde auf Video aufgezeichnet. „Wir haben von Ihnen ein Bewegungsprofil, von ihrer Frau und von der Schwiegermutter auch“, sagt ein Behördenvertreter zu KHG. „Da sind wir zum Schluß gekommen, dass es nicht möglich ist, dass Sie ihre Schwiegermutter in Zug in der Schweiz an einem Wochenende getroffen haben könnten. Das geht einfach nicht.“ Grasser bleibt die Spucke weg.
„Muss nicht sein, dass das richtig ist. Die Aufzeichnungen von der Frau Giori“, wirft Anwalt Manfred Ainedter ein und sagt händeringend: „Ist völlig wurscht, wo sie ihm die Kohle gegeben hat.“
Konter des Behördenvertreters: "Aber es stimmt halt nicht."