Ich verlange ja auch nicht dass man sich gegen Schweden voll ins Zeug legen muss, weils eh nicht viel Sinn hat und nur Körner für die entscheidenden Spiele kostet.
Genau diese Einstellung verstehe ich einfach nicht; geht jetzt nicht nur um dich. Da haben uns die Deutschen in Bezug auf die Mentalität ganz viel voraus; die freuen sich nicht, wenn sie nur halbwegs abgeschossen werden, sondern ärgern sich, nicht gepunktet zu haben. Die haben in den letzten Jahren nicht umsonst die Partien gegen die Großen fast immer eng gestalten, oder gar gewinnen können. Erstens, weil sie das spielen, was sie können, nämlich taktisch diszipliniert und körperlich, defensiv präsent. Und zweitens, weil ihnen der Coach einimpft, dass alles möglich ist und sie an sich glauben sollen.
Auch dem Raffl ist kurz nach dem Ankommen nix Besseres eingefallen, als sich mit dem 0:7 gegen die Russen zufrieden zu erklären, weil "man da ja schon viel Schlimmeres erlebt hat". Das ist diese Kleinmeier-Einstellung, die schon alleine mental nie eine Verbesserung erlaubt.
Wenn man sich schon für eine A-WM qualifiziert, hat man gfälligst gegen jeden Gegner taktisch und körperlich alles raus zu hauen; mit so einem Hühnerhaufen-hockey, wo auch noch der 100% Wille fehlt, wie gestern, sollens einfach schnell wieder absteigen. Ich meine, die spielen gegen Schweden gleich, wie gegen die Schweiz oder Frankreich. Da wird offensiv gedacht, naivst hinein gepincht ohne Sinn und Verstand, anstatt, dass die beinharten defensiven Aufgaben zuerst erledigt werden. Diesbezüglich kann ich auch Bader nicht derart heilig sprechen, wie es fast allerorts der Fall ist. Ich erkenne so gut wie keine Struktur im Spiel der Österreicher.
Ich glaube, dass die österreichische Mentalität, dieses schnelle Zufrieden sein, dieses ledigliche Orientieren an den Mindestanforderungen einen ganz groben Bremsklotz im Vergleich zu anderen Nationen darstellt.