Brian Lebler: Der Held, der keiner sein will
Porträt: Der 36-jährige Eishockey-Kapitän der Black Wings ist nicht nur gnadenloser Vollstrecker und Teamplayer, sondern auch ein echter Familienmensch
Seit der Neugründung der Eishockey-Liga 2000 – in besagtem Jahr zogen auch die Black Wings ins Oberhaus ein – hat niemand so viele Tore geschossen wie der unverwüstliche Brian Lebler. Bis heute sind es 403 an der Zahl. Sein jüngster Volltreffer zum 3:2 der Linzer "Puck-Helden" im ersten Play-off-Semifinale, ausgerechnet in seiner Geburtsstadt Klagenfurt, ist definitiv sein spätester, vielleicht wird er noch ein ganz wichtiger.
Der 36-jährige Sohn der KAC-Legende Eddy Lebler, der so ansatzlos und knallhart aus der Hüfte schießt, beförderte sein Herzensteam Dienstagnacht (um 23.15 Uhr) nach 103 Minuten und 46 Sekunden auf die Siegerstraße.
Mit der siebten Verlängerung in Folge haben die unermüdlichen Black Wings wieder Geschichte geschrieben und längst große Sympathien über Oberösterreichs Grenzen hinaus gewonnen. Mehr Werbung für diese beliebte, aber manchmal unter dem Radar laufende Sportart geht nicht.
"Es geht hier nicht um mich"
Lebler selbst ist keiner, der sich in den Mittelpunkt stellt. Eine Ehrung anlässlich seines 400. Tors lehnte der 1,91 Meter große und 105 Kilogramm schwere Mann, der 87 Mal das Trikot der österreichischen Nationalmannschaft getragen hat, ab.
"Es geht hier nicht um mich, das Team ist alles", betonte der Flügelstürmer mit den vielen Spitznamen. "Big C" steht für das C des Kapitäns auf seiner Brust, "Lebs" ist ebenso Programm wie schlicht und einfach "Meat" – zu Deutsch Fleisch. Vom mächtigen Körper des Routiniers, dessen Vertrag in Linz noch bis 2026 läuft, sind schon viele Kontrahenten abgeprallt.
So gnadenlos Lebler auf dem Eis sein kann, so gemütlich und fürsorglich ist er auf privater Ebene – ein absoluter Familienmensch, der mit seiner Kelsey verheiratet ist. Das Paar hat zwei Kinder – Sohn Tucker (10) und Tochter Blakely, die am Sonntag zwölf wurde.
Also an jenem 16. März, der auch sporthistorisch war. Die Black Wings krönten ihr fulminantes Comeback gegen die Graz 99ers mit dem Aufstieg. Eine große Party hat es deswegen nicht gegeben. Lebler will erst später feiern – auf dem Hauptplatz, mit dem Pokal in der Hand.