...M. Quendler in der heutigen KLZ:
Der Kampf des KAC gegen wiederkehrende Muster
Insgeheim haben sich die Rotjacken einen positiveren Auftakt gewünscht. KAC-Stürmer Muršak übt Manöverkritik und sucht ein neues Zuhause.
Drei Niederlagen in fünf Partien liest sich die nüchterne Bilanz des KAC seit Saisonstart. Nach den starken Auftritten in der Preseason samt Champions Hockey League-Auftritten war damit nicht unbedingt zu rechnen. Salzburg, Bozen oder Graz haben den Rotjacken allerdings gezeigt, dass es (noch) nicht wie geschmiert läuft. „Uns unterlaufen dumme Fehler, wir kassieren dumme Strafen“, spricht Jan Muršak Klartext und ergänzt: „Wir sind ein Vier-Linien-Team und müssen auch so auftreten. Wir können es uns einfach nicht leisten, dass einige ihre Aufgaben erfüllen und andere nicht. Das betrifft den Forecheck und das betrifft die Arbeit ohne Puck.“
Der Slowene spricht einen wunden Punkt an. In den erfolgreichen Phasen der vergangenen Jahre agierte die Mannschaft als Einheit, unterstützte sich gegenseitig, öffnete sich Räume. Derzeit hat die Truppe von Trainer Kirk Furey große Probleme, einen schwungvollen Start in Tore umzumünzen und gleichzeitig in beruhigten Momenten Akzente zu setzen. Der überraschende Spielzug, die Geistesblitze fehlen. Wie gegen Salzburg oder Bozen sah sich der KAC gegen Graz zu oft in der passiven Rolle des Zuschauers. Für Furey dürfte es wohl keine überraschende Erkenntnis sein, dass der Beginn holprig verläuft. Muršak verlangt Verbesserungen: „Da müssen wir einfach viel smarter, viel solider auftreten.“ Wenngleich der Ausgangspunkt vielversprechend wäre. Die Center Muršak, Mario Kempe, Thomas Hundertpfund und Daniel Obersteiner sorgen für die beste Bullyquote der Liga (54,51 Prozent).
Muršak mit Schmerzen
Der Slowene, der in Klagenfurt seine letzte Karrieresaison spielt, holt tief Luft: „Die Resultate spiegeln nicht das richtige Bild wider: Jeder muss besser werden. Auch in den Special Teams müssen wir effizienter agieren. Jeder Einzelne soll einmal über sich nachdenken.“ Muršak nimmt sich gar nicht aus. Auch wenn ihn schon jetzt kleinere Wehwehchen plagen. „Einiges zwickt, einiges schmerzt. Ich wünschte, es wäre einfacher und ich könnte es mehr genießen. Ich versuche alles reinzuwerfen, was mein Körper hergibt.“
Beim Blick in die Zukunft könnte Klagenfurt sowie dessen Umgebung eine wichtige Rolle beim Slowenen und seiner Familie spielen. Eine Option wäre, dass er in Kärnten sesshaft bleibt. „Ich würde gerne hier bleiben, sofern es etwas für mich zu tun gibt und ich ein entsprechendes Zuhause finde. Mit meiner Frau, mit der ich auch ein Haus in den USA besitze, werden wir Anfang des Jahres eine Entscheidung treffen.“ Eine nochmalige Fortsetzung der Karriere als Eishockey-Profi sei aber kein Thema.