Alles anzeigenVon Tobias Waidhofer
Montag, 13.11.2023, 18:57
Mit 13 Jahren spielt Eishockey-Torhüter Lucas Fritz bei der U15 von Lukko Rauma. Und damit dem Gegner der Haie in der Königsklasse.
Kössen, Rauma – Ein kurzes Grinsen konnte sich Christian Fritz natürlich nicht verkneifen, als klar war, dass der HC Innsbruck im Achtelfinale der Eishockey-Champions-League ausgerechnet auf Lukko Rauma treffen wird. Und damit auf jenes finnische Team, bei dem Sohnemann Lucas (13 Jahre) in der U15 zwischen den Pfosten steht.
Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass ein 13-jähriger Kössener seinen Eishockey-Traum im hohen finnischen Norden lebt? „Begonnen hat alles in Innsbruck“, erzählt Papa Christian. Dort legte (Tormann-)Trainer Mario Angerer den Grundstein. Nach dem Wechsel zu den Starbulls Rosenheim begannen mit zwölf die internationalen Spiele (u. a. auch das in der Szene legendäre Pee-Wee Tournament in Quebec). „Es hat sich schnell gezeigt, dass Lucas für sein Alter sehr talentiert ist.“ Österreichs ehemaliger Team-Goalie Bernd Brückler vermittelte dem Eishockey-Juwel in der Folge ein Trainingslager in Finnland. Und die Angebote schneiten schnell ins Hause Fritz. Nach einer ersten Saison in Helsinki folgte der Wechsel zu Rauma, wo der Tiroler in der U15 eine sportliche Heimat gefunden hat.
[Blockierte Grafik: https://images-tt-com.nmo.at/v2/assets.tt.com/im-content/images/d92e8af4-1744-5372-8ad1-b6e633b460db?p=eyJyZXNpemUiOnsid2lkdGgiOjg1OCwiaGVpZ2h0IjpudWxsLCJmaXQiOiJjb250YWluIn19]Bei einem Nachwuchsturnier in Innsbruck - er wurde zum besten Torhüter gekürt - traf Lucas Fritz auch auf Ex-Haie-Goalie Rene Swette. © privat
Bei der Familie Fritz wird der Eishockey-Traum kollektiv gelebt. „Wir haben uns eine Wohnung in Rauma genommen. Ein Familien-Teil ist immer bei Lukas“, erzählt Papa Christian. Und so pendelt auch Mama Samantha – einst Schwimmerin und Netball-Spielerin in Australien – zwischen Tirol und Finnland. Ein Vorteil für den Youngster ist auch, dass er dank der australischen Mama zweisprachig aufgewachsen ist – und Englisch so gar kein Problem darstellt. Die schulischen Verpflichtungen werden online erledigt. Finanziell schlage sich eine Saison in Finnland mit „20.000 bis 25.000 Euro“ nieder.
Kein familiärer Druck
Doch familiären Druck gebe es keinen. „Wenn Lucas morgen zu mir sagt: ‚Papa, ich mag nicht mehr‘, dann kündigen wir alles und fahren heim.“ Auch der zweite Sohnemann Casey (10 Jahre) steht längst in Rosenheim auf der Eisfläche – allerdings als Spieler. „Das passt gut, auch körperlich. Lucas ist ein sehr ruhiger Typ und damit gut fürs Tor geeignet. Sein Bruder ist das genaue Gegenteil.“
Lucas – die Familie leitet eine Skischule – war übrigens einst auch ein talentierter Skifahrer. Mit elf gab er aber der Eisfläche den Vorzug. „Das habe ich natürlich gehofft“, lacht Papa Christian, einst selbst Keeper beim EC Kitzbühel.
Apropos Haie: Nach dem Champions-League-Hinspiel morgen in der Tiwag Arena folgt eine Woche später (22. November) das Rückspiel in Rauma. Und das Hotel, in dem die Haie dann wohnen werden, liegt genau gegenüber der Wohnung der Familie Fritz: „Leider sind wir da gerade in Tirol.“ Denn auch ein international geprägtes Eishockey-Juwel schätzt den Heimaturlaub.
Ich wünsche dem jungen Mann natürlich das Allerbeste, aber ich finde Spieler in diesem Alter so hervorzuheben und Bezeichnungen wie "Eishockey-Juwel" zu verwenden ziemlich deplaziert.
Ich erinnere mich da an den seinerzeitigen Wunderwuzzi Maxi Haselbacher oder an Thomas Schubert, der über die Homepage "Diary of an Austrian Youth Hockey Goalie" vermarktet wurde. Beide sind mittlerweile in der Versenkung verschwunden.