Und wenn er morgen den Gamewinner für andere Farben genau gegen RBS macht, wird man ihn wohl sagen hören, dass Tore gegen RBS immer doppelt schön sind.
Das kennzeichnet die immer weiter zunehmende Perversion des Profisports, der für die Akteure ausschließlich ein Mittel zum Einkommenserwerb darstellt. Emotionen werden maximal noch schauspielerisch dargestellt, so wie es dem Marketing der eigenen Farben gefällt oder von diesem angeschafft wird. Vorhanden sind echte Emotionen für Vereinsfarben und deren Akteure nur beim Publikum. Es erinnert leider ein wenig an das Profi-Catchen, wo schauspielende Sportler Wettkämpfe und Duelle inszenieren. Naja, zumindest vorher abgesprochen sind diese beim Eishockey noch nicht.
Zählt für die Akteure auch nur eine Sekunde, ob diese nahezu ihre komplette sportliche Laufbahn bei einer Organisation groß, erwachsen und bekannt geworden sind und dieser neben ihrem eigenen Antrieb und Talent auch einiges verdanken? Nein. Das ist nur für das Publikum interessant, das allzu gerne im Glauben leben würde, dass für den Akteur aufgrund dieser Tatsache irgendwelche Emotionen verbunden geblieben sind.
Sager, wie o.a. führen dem Publikum leider einmal mehr vor Augen, wie unmittelbar wurscht dieses den Akteuren ist. Die Zuneigung der eigenen Farben wird schon morgen für ein paar Silberlinge an den Bestbieter verkauft, wenn es dem eigenen Fortkommen dient. Dieses als Anhänger eines Vereins auf diese Weise mitgeteilt zu bekommen ist zumutbare Wahrheit, auch wenn sie schmerzt.
Trotzdem lieber Ali, bei aller berechtigter Freude über dein Siegestor, Reden wäre diesmal Silber, Schweigen jedoch Gold gewesen.
Was erwartet dir denn von den Spielern? Eishockeyspielen ist deren Job --> natürlich werden die (neben den sportlichen Perspektiven) vor allem auf das Geld schauen. Das mit dem "alles für die eigenen Farben" ist heutzutage doch sowieso nur mehr eine Träumerei von Fans ... und das sollte/muss jedem klar sein.
Aber wenn man über die "geldgiergen Söldnerspieler die ihre Zuneigung für ein paar Silberlinge an den Bestbieter verkaufen" redet sollte man sich immer auch die Frage stellen: Wie groß ist denn die Zuneigung der "eigenen Farben" - sprich von den Vereinen - zu den eigenen Spielern? Immerhin haben die Spieler fast ihr ganzes Leben für diesen Verein ihr bestes gegeben und sollten auch entsprechend be(ent)lohnt werden. Hier im Forum ließt man doch immer wieder dass den Eigenbauspielern zu wenig bezahlt wird und sie deswegen abwandern. Auch bei den diesjährigen Wechseln von Wien nach Salzburg wurde davon gesprochen dass Salzburg viel mehr (marktkonform?) zahlt. Warum haben da die Caps als Stammverein nicht ein entsprechendes Angebot gestellt damit die Spieler nicht zu einem anderen Verein wechseln müssen?
Was ich damit sagen will: Vereinstreue kann man von Sportlern nur verlangen (und eigentlich nicht mal dann), wenn man als Verein auch entsprechende Perspektiven - sowohl von der sportlichen wie auch von der finanziellen Seite - bieten will/kann. Macht man das nicht, dann darf man sich nicht wundern wenn ein Spieler den Verein wechselt. So leid mit das für manche Fans auch tut: die haben in dieser Beziehung überhaupt keine Bedeutung.
Und das mit dem schweigen ist Gold: Was soll er denn machen wenn er interviewt wird? Wenn er es nicht von sich aus sagt, dann fragen der Interviewer halt nach ob es was besonderes war gegen den Ex-Verein zu treffen ...