In der "OÖ. Kronen-Zeitung" schreibt heute Barbara Kneidinger zur Ankunft von Bill Stewart in Linz:
Die drei Gebote der Lex Stewart
Neuer Black-Wings-Trainer legt die Latte für die neue Saison hoch: „Ich will Meister werden!“
„Mich interessiert es nicht, in eine Saison nur mit dem Ziel, das Play-Off zu erreichen, zu starten. Ich will Meister werden!“ Zwei Sätze aus dem Mund von Bill Stewart genügten, damit bei der offiziellen Präsentation gestern Nachmittag der letzte Zweifel beseitigt war. Ja, der teuerste Black-Wings-Trainer („ich hasse Mittelmaß“) aller Zeiten legt die Latte nicht nur für seine Cracks, sondern auch für sich selbst sehr, sehr hoch.
So ändern sich in Eishockey-Linz die Zeiten: In der Meistersaison 2002/03 hauste Trainer Barda in einer heruntergekommenen Garconiere. Bill Stewart bezog gestern mit Freundin Silke und Schäferhund Sandy ein neu gebautes Reihenhaus in Gallneukirchen – sogar in Sonnenlage.
Doch auch verbal wird dem Tainer der rote Teppich ausgerollt. Besonders Klubboss Wetzl überschlug sich gestern mit Lobeshymnen. Beispiele gefällig? „Stewart ist der Erfolgsgarant für die neue Saison… Er ist ein Star-Trainer… Die Spieler zittern vor ihm, haben großen Respekt…“
Lorbeeren, die dem Neo-Linz-Trainer fast peinlich waren. Der Kanadier hauchte ein leises „danke“, ehe er seine Ziel-Vorgaben für die kommende Saison auf den Tisch legte: „Auch wenn es schwer wird, ich will Meister werden. Weil es in Linz die Möglichkeit dafür gibt, bin ich hierher gekommen.“ Nachsatz: „Ich lege mir selbst sehr hohen Druck auf. Nur wenn die Erwartungen höher sind, bist du bereit, noch mehr zu leisten, das Beste herauszuholen.“
Fakt ist: Mit der Ankunft des 48-Jährigen sind die ruhigen Zeiten bei den Black Wings vorbei. Zumal er von seinem neuen Team nicht nur Siege und Punkte fordert, sondern auch eine topprofessionelle Einstellung erwartet. Die drei Gebote der Lex Stewart:
Regel I: Komme nicht zu spät;
Regel II: lüge nicht;
Regel III: mache deinem Verein keine Schande.
„Vor allem was den Klub betrifft, können das sehr viele Dinge sein“, sagt Stewart. Und es hört sich fast wie eine Drohung an.
Bill Stewart über…
Seinen schönsten Erfolg: „Das ist jeder, in dem ich gewinne. 250 Tage für ein Ziel zu arbeiten und es am Ende auch zu erreichen – dieses Gefühl ist durch keines zu ersetzen. Wenn du gewonnen hast – das ist großartig.“
Seine schlimmste Niederlage: „Mit Mannheim kassierten wir im fünften Finale das 1:2 kurz vor Schluss – das waren die längsten drei Minuten meiner Karriere.“
Sein Ausgleichsprogramm: „Im Sommer war ich viel fischen. Nicht abzuschalten wäre ungesund.“
Sein Lebensmotto: „Behalte immer ein positives, freundliches Gemüt – sporne die Menschen an.“ Seine Ziele: „Linz hat mich geholt, um erfolgreich zu sein. Was dann kommt? Abwarten. Man kann nicht in die Zukunft schauen. Schon gar nicht, wenn man Trainer eines Sportteams ist. Das ist einer der unsichersten Jobs.“
Seine Stärke: „Mich nicht verbiegen zu lassen, jeden gleich und meine Spieler als Profis und Menschen zu behandeln.“
Seine Schwäche: „Ungeduld.“
Linz-Boss kämpft um Doyle:
„Notfalls fliege ich nach Kanada“
„Wenn Linz mich brauchen sollte, komme ich“, gestand Robin Doyle letzte Woche der „Krone“. Black-Wings-Boss Willi Wetzl will den bald 43 Jahre alten Verteidiger aber in jedem Fall zum Weitermachen überreden: „Wir brauchen ihn“, sagt der Wirtschaftsanwalt, „ich rechne damit, dass er spätestens im Dezember da ist.“ Und wenn Doyle sich doch weigern sollte? Wetzl: „Notfalls fliege ich zu ihm nach Kanada.“ Schließlich betont auch Neo-Coach Bill Stewart: „Die Liga ist noch einmal stärker geworden, sicher um dreißig Prozent besser als im Vorjahr.“