Tops und FlopsWenn der KAC auf dem Transfermarkt nachgeladen hatte
Bei einigen Spielernamen ist die Erinnerung verschwunden. Andere haben bei den Rotjacken Geschichte geschrieben. Rok Tičar ist die 23. Verstärkung des KAC während der laufenden Saison. Wer waren all die anderen?
Von Martin Quendler | 17.14 Uhr, 26. Jänner 2020
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Publikumsliebling Mike Siklenka kehrte im Jänner 2011 nach Klagenfurt zurück © Kuess
Der KAC hat mit Rok Tičar kurz vor dem Play-off seine Offensive erweitert. Das ist nichts Außergewöhnliches. Wenn die heiße Phase beginnt, schlagen Teams gerne auf dem Transfermarkt zu und hoffen, dass bisherige Problemzonen verschwinden bzw. es am Ende zum Titel reicht. Vor allem die Rotjacken öffneten während der Saison gerne die Geldtasche. Die letzten zehn Jahre mit Blick auf die insgesamt 23 "Nachlader" der RotjackenTorhüter-Credo 2009/10 beendet
Der KAC wollte nach dem Meistertitel eigentlich auf ein rein österreichisches Torhüter-Duo setzen (Enzenhofer/Swette). Im Dezember wurde Ex-Salzburger Jordan Parise aus der ECHL (Wheeling Nailers) geholt, der solide Leistungen gezeigt hatte. Im Gegensatz zu Shawn Bates, der Fitness-Mängel aufwies, das Klagenfurter Nachtleben genoss und nach sechs Spielen gefeuert worden ist. Jason Morgan wurde ebenfalls nachverpflichtet, er brachte es in 28 Partien auf ein Tor und sechs Assists. Viertelfinal-Out.
Der Henker ist zurück
2010/11 hatte die zweite Amtsperiode des "Henkers" begonnen. Allerdings erst Ende Jänner, zuvor versuchte er es via Chicago Wolves (AHL) in die NHL zurückzukehren. Mike Siklenkaschlug planmäßig ein, holte 2013 mit dem KAC den Titel, verlängerte bis 2016 - er wurde jedoch vom später gefeuerten Trainer Doug Masonaussortiert und saß sein letztes Vertragsjahr ohne einer einzigen Partie ab. Finalniederlage gegen Salzburg.
Der unscheinbare Joey Tenute
Gleich vorweg: Langzeit-Trainer Manny Viveirosmusste 2011/12 den Sessel räumen. Auf dem Transfermarkt wurden interessante Spieler gefunden. Der russische Verteidiger Andrej Zyuzin etwa, der sich sein eigenes Dienstauto - natürlich einen Mercedes - besorgt hatte und wohl mit vielen Geschichten in Erinnerung bleibt. Wie etwa bei der Massenkeilerei in Zagreb, als er von Joel Prpic hergewatscht worden ist. Zuvor kam Jordan Morrison im Oktober, nach 3 Treffern und 2 Assists verließ er den KAC im Jänner. Der unscheinbare Joey Tenute wurde im November verpflichtet, brachte es auf 34 Punkte in 48 Partien. Der KAC ließ ihn nach der Saison ziehen. Zwei Jahre später avancierte er zum Topscorer in der Allsvenskan mit Malmö, wo er drei Jahre (ua. SHL-Aufstieg) blieb. Finalniederlage gegen Linz.
Die teure Meistersaison
Der NHL-Lock-out wirkte sich 2012/13 für einige Monate massiv auf den europäischen Eishockey-Transfermarkt aus. VSV holte Michael Grabner, Graz holte Thomas Vanek, Innsbruck holte Andreas Nödl - der KAC wollte sich nicht blamieren. Tyler Myers, Sam Gagner und Andrew Cogliano wurden verpflichtet. Dem nicht genug: Kevin Doell kam im November (34 GP, 16 Punkte). Im Dezember stieß Tom Zanoski dazu, der eher mit seinem Derby-Fight gegen Andreas Wiedergut in Erinnerung geblieben ist. Am Ende feiert der KAC den 30. Meistertitel.
Jahr der Ohnmacht
Der Kater nach der Meisterfeier - die Rotjacken verpassten 2013/14 sogar das Play-off. Nur kurz schaute Andreas Nödl vorbei, nach sechs Partien wechselte er zu den Roten Bullen Salzburgs.
Aufräumen nach dem Chaos
Nach dem schnellsten Trainer-Rauswurf in der EBEL-Geschichte (nur vier Partien für Martin Stloukal), begann der Klub sich zu sammeln. Jan Urbas kam Ende September, hätte bleiben sollen, ging aber nach Västerås. Jason DeSantis wurde im Oktober geholt und blieb bis 2016. Im November traf Oliver Setzinger ein, der bis 2016 für die Rotjacken spielte und dabei für 85 Scorerpunkte in 108 Spielen sorgte. Marcel Rodman kam erst im Dezember. Zumindest wurde 2014/15 das Semifinale erreicht.
Weiter Turbulenzen
Wieder wurde ein Trainer gefeuert. Dieses Mal Doug Mason, der KAC lag zu diesem Zeitpunkt in der Tabelle auf Platz 3. Der einzige "Nachlader" war István Sofron, von dem man sich aber mehr erhoffte, als vier Punkte in 16 Spielen. Am Ende scheiterten die Rotjacken knapp im Viertelfinale an Salzburg.
Ohne Transfers ins Finale
Es wäre nicht so gewesen, dass keine Transfers im Raum gestanden sind. Ohne Verstärkung während der laufenden Saison schaffte es der KAC unter Trainer Mike Pellegrims bis ins Finale.
Kozek bestand den Test
Nur einer ist geblieben: Andrew Kozek konnte die Erwartungen als verspäteter Transfer erfüllen und hatte 2019 viel Anteil am Titelgewinn. Die Verteidiger Stefan Espeland (nur zwölf Spiele) und Nick St. Pierre (spielt seit 2018 in Japan) waren nicht die erhofften Verstärkungen. Endstation war das Viertelfinale gegen späteren Meister Bozen.
Unscheinbarer Schlüsselspieler
Einen einzigen Transfer leistete sich der KAC während der Saison: es war Matt Neal, der bereits 2016/17 und 2017/18 bei den Rotjacken gespielt hatte. Der kanadische Stürmer explodierte förmlich im Play-off und holte mit den Klagenfurtern den 31. Meistertitel.
Saison 2019/20
Für die entscheidende Phase der aktuellen Saison, die geprägt war von teaminternen Konkurrenzkampf ums Leiberl, wurde der Slowene Rok Tičar geholt.