Du sprichst gesamtgesellschaftlich von der Jugend, ich wiederhole die Worte von Christoph Brandner, der sich als AHL-Trainer lediglich auf seine Eindrücke und Erfahrungen mit der aktuellen Generationen von jungen KAC-Spielern bezieht.
In einer älteren Diskussion ist es ja um die Frage gegangen, warum beim KAC (gerade im Sturm) so wenig nachkommt, trotz 8 Jahren AHL. Und ich habe ja vor einiger Zeit die Ansicht vertreten, dass aufgrund dessen, dass Eishockey so ein teurer Sport ist, großteils nur Kinder aus wohlhabenden Familien überhaupt die Möglichkeit haben, beim KAC zu spielen.
Daher haben ich (und andere) angenommen, dass es viele dieser Kinder zu einfach gehabt haben, vieles auf dem Serviertablett bekommen haben, ohne vergleichsweise viel dafür leisten zu müssen. Immer die beste Ausrüstung, die teuersten Camps, die neuesten smartphones, die teuerste Kleidung...und dass es aufgrund dessen bei diesen Kids am letzten Biss mangeln könnte, wenn es darum geht, sich richtig reinzuhauen. Das war eine reine Annahme von uns Laien, schon lange, bevor Brandner gestern geredet hat.
Wenn ein Brandner sagt, dass es in seiner Generation bei Jugendlichen kaum einmal ein Thema mit der Grundmotivation gab und dies mittlerweile eine der größten Herausforderungen in der Arbeit mit Jungprofis ist, ist das ein trauriges Phänomen. Und vergleiche einmal die professionellen Strukturen, unter denen die Jungs heute trainiert werden mit denen eines Brandner in Kapfenberg.
Und ja, früher war es meiner Meinung nach besser für Kinder und Jugendliche. Statt herumliegen, sozialen Medien, Netflix, Ballerspiele gab es Bewegung, Sport und Draussen herum rennen. Den ganzen Tag mit den Kumpels kicken oder Ballhockey spielen war das höchste der Gefühle, eine Stunde zu Fuß mit der Schultasche heim gehen oder mit dem Fahrrad zur Schule und nicht von Mami vor die Haustüre geführt und wieder abgeholt werden. Das war der Alltag. Heute regieren überproportional Übergewicht, mangelndes Körpergefühl und psychische Erkrankungen wie Ängste und Depressionen den Alltag von vielen Kindern und Jugendlichen. Es gibt ja genügend Studien, die die triste Lebenswelt unserer Nachkommen bezeugen.
Du hast ja in vielem recht, aber diesen Schluss versteh ich nicht:
„Immer die beste Ausrüstung, die teuersten Camps, die neuesten smartphones, die teuerste Kleidung...und dass es aufgrund dessen bei diesen Kids am letzten Biss mangeln könnte, wenn es darum geht, sich richtig…“
Warum sollen diese Kinder weniger Biss haben nur weil sich der Vater statt dem 70€ Schläger den 250€ Schläger leisten kann?
Den Biss hat man oder nicht!
Viele der Eltern die die Kohle haben arbeiten auch nicht 40h die Woche sondern 70h. Denen fehlt es ja auch nicht am Biss, oder? Warum soll dann dem Kind, dem sie das vorleben, am Biss fehlen?