Die Vorstellung, dass der KAC absichtlich auf Sparflamme gespielt hat, mit Beginn der Pick-Round den Schalter voll umlegt und sodann die Konkurrenz mit Macht niederbügelt - das hat sich heute mit einem Schlag als feuchter Wunschtraum uns Verzweifelter entpuppt. Erwartungsgemäß...
13 Spiele und 10 Niederlagen, gegen die Top 3 nicht konkurrenzfähig, ein furchterregend harmloser Sturm - da hilft kein Schönreden und keine Verdrängung mehr, das ist ein Desaster, soferne einem dieser Sport in seiner rot-weißen Ausprägung wirklich etwas bedeutet.
Dabei schien am Anfang alles plausibel und wohlüberlegt. Walker, ein einstiger Top-Spieler mit Sieger-Gen, Regehr und Talbot mit guten Referenzen, mit Brandner ein gescheiter, meritenreicher und integrer Co-Trainer, mit Kalt ein Fachmann am Vereinsruder. Viele vermeintlich hungrige junge Spieler, ein ruhiges Umfeld. Der tolle Lauf auf Platz zwei schien die logische Konsequenz.
Und jetzt? Eine Legio-Katastrophe, Superhero Jamie in Frühpensionsform, beschämende Statistiken. Keine Besserung in Aussicht. Harmlos in Linz. Der KAC als Meister im Torenichtschießen, offensive Akut-Impotenz.
Das ist in jedem Fall bei weitem zu wenig und beschämend. Klagenfurt hat mehr verdient. Und das Team hat mehr zu liefern, denn in die Herrschaften wurde und wird eine Menge investiert. Von allen Seiten. Finanziell, organisatorisch, emotional.
Und ich vermute, dass die Ursache für die jetzige Alptraum-Mittelmäßigkeit nicht im mangelnden Können liegt. Eher dürfte wohl ein Konflikt im Team entstanden sein, eine Gruppenbildung wie in übelsten Zeiten. Oder die Mannschaft hat ihren Dompteur satt... Und weder der prinzipiell sympathische Gute-Laune-Bär Walker noch Dieter Kalt finden bislang einen Weg, das wieder zu kitten. Somit dürfte 2017/2018 abzuschreiben sein. Noch hoffe ich aber zu irren...