2017 World Snooker Championship

    • 2017 World Snooker Championship

      Genug von roten Ampeln? Dann bleiben Sie zuhause und sehen Sie ab morgen endlich grün: auf den Tischen bei der Snooker-WM! Jawohl, es ist schon wieder ein Jahr rum und erneut können wir uns auf 17 Tage voller großer und kleiner Dramen freuen: live aus dem Crucible Theatre in Sheffield, wo vor 40 Jahren erstmals eine Weltmeisterschaft ausgetragen wurde.


      Turnierbaum

      Mark Selby (1) – Fergal O’Brien
      Ryan Day (16) – Xiao Guodong
      Neil Robertson (9) – Noppon Saengkham
      Marco Fu (8) – Luca Brecel
      Shaun Murphy (5) – Yan Bingtao
      Ronnie O’Sullivan (12) – Gary Wilson
      Liang Wenbo (13) – Stuart Carrington
      Ding Junhui (4) – Zhou Yuelong
      Stuart Bingham (3) – Peter Ebdon
      Kyren Wilson (14) – David Grace
      Mark Allen (11) – Jimmy Robertson
      John Higgins (6) – Martin Gould
      Barry Hawkins (7) – Tom Ford
      Ali Carter (10) – Graeme Dott
      Anthony McGill (15) – Stephen Maguire
      Judd Trump (2) – Rory McLeod

      Mark Selby (1) - Xiao Guodong
      Neil Robertson (9) - Marco Fu (8)
      Shaun Murphy (5) - Ronnie O'Sullivan (12)
      Liang Wenbo (13) - Ding Junhui (4)
      Stuart Bingham (3) - Kyren Wilson (14)
      Mark Allen (11) - John Higgins (6)
      Barry Hawkins (7) - Graeme Dott
      Stephen Maguire - Rory McLeod

      Selby / Xiao - Robertson / Fu
      Ronnie O'Sullivan (12) - Ding Junhui (4)
      Kyren Wilson (14) - John Higgins (6)
      Hawkins / Dott - Maguire / McLeod

      Dieser Beitrag wurde bereits 18 mal editiert, zuletzt von Jürgen63 ()

    • Die Qualifikation habe ich im heurigen Thread ausgespart, wir steigen also direkt ins Turnier ein. Ein paar Sachen aus der Quali sind aber dennoch erwähnenswert, und zwar folgende:

      Gary Wilson spielte das 131. offizielle Maximum Break der Snooker-Geschichte, das zweite seiner Karriere. Mehr zu Wilson folgt im Beitrag über die diesjährigen Crucible-Debütanten.

      Die 13-malige Weltmeisterin Reanne Evans konnte als erste Frau ein Match bei der Snooker-WM-Quali gewinnen. Sie bezwang Robin Hull mit 10:8, musste sich aber in der 2. Runde Lee Walker mit 6:10 geschlagen geben. Aber sie verbessert sich immer mehr, vielleicht klappt es schon nächstes Jahr mit dem Crucible.

      Noch nie war ein deutschsprachiger Spieler so nah an der Qualifikation für die WM: Der Schweizer Alexander Ursenbacher unterlag nach Siegen über Robert Milkins und Scott Donaldson erst in der letzten Quali-Runde dem chinesischen Riesentalent Yan Bingtao. Ursenbacher hat sich dafür aber als U21-Europameister zum zweiten Mal in seiner Karriere für die Snooker Main Tour qualifiziert.

      Und zum Abschluss der Qualifikation gab es noch einen Rekord: letzter Tag der Qualifikation. Nur noch ein Platz zu vergeben. Decider zwischen David Gilbert und Fergal O’Brien. Wer O’Brien nicht kennt: bei seinem Spieltempo nickt Peter Ebdon nur noch anerkennend. Folgerichtig auch der Rekord, den Gilbert & O’Brien um satte 20 Minuten gesteigert haben: der längste Frame der modernen Snooker-Geschichte – 2 Stunden, 3 Minuten, 41 Sekunden. Aber hallo …
    • Wie gewohnt sind die Top 16 der Weltrangliste fix qualifiziert, dazu kommen 16 Spieler aus der Qualifikation. Am stärksten vertreten im 32er-Teilnehmerfeld ist wie immer England – heuer mit 16 Spielern, darunter mit Selby, Bingham, Murphy, Higgins, N. Robertson, O’Sullivan und Ebdon sieben Weltmeister.

      Die weiteren im Crucible vertretenen Nationen sind China mit fünf Spielern, Schottland mit vier, sowie mit jeweils einem Teilnehmer Hongkong, Australien, Nordirland, Wales (!), Belgien, Irland und meiner Ansicht nach erfreulicherweise auch wieder Thailand.

      Dass es mit Ryan Day nur ein Waliser geschafft hat, finde ich schon enttäuschend – zumindest mit drei bis vier hätte ich fix gerechnet. Leider hat es z.B. auch Mark Williams – beim letzten Turnier vor der WM immerhin im Finale – dieses Jahr nicht geschafft.

      Der älteste Teilnehmer ist wie schon im Vorjahr Peter Ebdon mit 46 Jahren. Ebdon ist heuer zum 24. Mal dabei, von den Aktiven hat nur Ronnie O’Sullivan mit 25 mehr Teilnahmen zu Buche stehen. Der jüngste Spieler ist eines der chinesischen Riesentalente – und der erste WM-Teilnehmer, der nicht 19irgendwas geboren ist. Yan Bingtao, geboren am 16. Februar 2000. Falls sich mal wieder jemand alt fühlen will ^^

      Mehr zu Yan folgt im nächsten Beitrag, wo wir kurz auf die diesjährigen Crucible-Debütanten eingehen werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jürgen63 () aus folgendem Grund: Higgins & N. Robertson in der Aufzählung der Weltmeister vergessen - ein mir unbegreiflicher Fehler. Beschämt korrigiert.

    • Nach nur einem Debütanten im letzten Jahr gibt es heuer gleich deren fünf: Zhou Yuelong, David Grace, Gary Wilson, Yan Bingtao und Noppon Saengkham.

      Die beiden Chinesen Zhou Yuelong & Yan Bingtao gelten jeweils als Ausnahmetalent im Snooker. 2015 gewannen sie als Team China B (! – China A bestand aus Ding Junhui & Liang Wenbo) den World Cup, als sie im Finale Team Schottland, bestehend aus John Higgins und Stephen Maguire besiegen konnten.

      Ich glaube, beide wurden schon als „zukünftige Weltmeister“ bezeichnet, allerdings bin ich, was solche Ansagen betrifft, skeptisch geworden. Denn mittlerweile gelten z.B. auch Judd Trump und Ding Junhui schon bald 10 Jahre als „zukünftige Weltmeister“ – aber nur weil die Jungen enorm talentiert sind, verschwinden Leute wie Selby, O’Sullivan, Higgins etc. ja nicht einfach so. Ich habe im letztjährigen Thread geschrieben, dass Kyren Wilson eines Tages Weltmeister werden wird. Dabei bleibe ich. Ob es den China-Youngsters (zu denen auch Zhao Xintong zu zählen ist) gelingt – mal schauen.

      David Grace hat in seiner bisherigen Karriere erst einmal richtig auf sich aufmerksam gemacht: Bei der UK Championship 2015, dem zweitwichtigsten Turnier des Jahres, erreichte er das Halbfinale. Auf dem Weg dahin besiegte er u.a. Martin Gould, Peter Ebdon und den damals amtierenden Weltmeister Stuart Bingham.

      Der bislang größte Erfolg in der Karriere von Gary Wilson war bislang das Finale bei den China Open vor zwei Jahren. Nach einem Sieg über den chinesischen Snooker-Nationalhelden Ding Junhui unterlag er erst im Finale Mark Selby. In der Qualifikation zur WM gelang ihm wie bereits erwähnt ein Maximum Break – umso passender ist sein Erstrundengegner: Ronnie O’Sullivan.

      Erstmals seit 2013 ist auch Thailand wieder im Crucible Theatre vertreten: Noppon Saengkham konnte sich in den drei Qualifikations-Runden durchsetzen und dabei u.a. Anthony Hamilton bezwingen, der eine bärenstarke Saison spielte. Saengkhams bisher bestes Ergebnis bei einem Weltranglisten-Turnier war das Viertelfinale bei den China Open im letzten Jahr.
    • Soll ich versuchen, einen Favoriten zu benennen? Lieber nicht. Kann mich ja kaum auf drei festlegen ;) Aber ich möchte sechs Spieler erwähnen, die man auf jeden Fall auf der Rechnung haben sollte.

      Zum einen selbstverständlich den überlegenen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Mark Selby. An ihm wird nur schwer ein Weg vorbei führen – vor allem, weil er auch Spiele gewinnt, in denen er nicht sein bestes Snooker zeigt.

      Der „Herausforderer Nr. 1“ sozusagen ist wieder einmal Judd Trump. Aus dem einstigen Riesentalent ist ein fantastischer Snooker-Spieler geworden, dem ich es mittlerweile jederzeit zutraue, die WM zu gewinnen. Allerdings dachte ich schon vor zwei Jahren: jetzt ist er soweit, jetzt macht er’s. Und dann kam Bingham. Das habe ich immer noch nicht so ganz verkraftet, wisst ihr? ^^

      Als nächstes haben wir den „Altmeister“, den man ja schon aus Prinzip zu den Turnierfavoriten zählen muss: Ronnie O’Sullivan, fünfmaliger Champion. Zuletzt hat sich immer öfter gezeigt, dass er besiegbar ist – über kurze Distanzen. Bei der WM schaut es dann aber dann doch wieder etwas anders aus. Dank der Auslosung winkt ihm schon im Viertelfinale Ding Junhui als Gegner. Wenn er den knackt, könnte im Halbfinale Mark Selby warten. Klingt hart – aber wer Weltmeister werden will, muss nun mal jeden Gegner bezwingen. Ich glaube heuer nicht an einen Titel für O’Sullivan. Hätte aber wenig dagegen :D

      Zwei „Geheimtipps“ sind für mich Barry Hawkins und Marco Fu, die beide eine starke Saison gespielt haben und auch im Crucible schon gezeigt haben, dass sie dort weit kommen können. Fu verlor letztes Jahr in seinem 2. WM-Halbfinale nur knapp gegen Selby, Hawkins scheiterte 2013 gar erst im Finale an einem überragenden O’Sullivan.

      Und zu guter Letzt ist da selbstverständlich noch Ding Junhui. Für ihn gilt im Grunde genommen das gleiche, wie für Trump. Exzellenter Snooker-Spieler, längst als zukünftiger Weltmeister gehandelt – aber die Titel haben andere gewonnen. Letztes Jahr musste er durch die Qualifikation – und marschierte bis ins Finale. Dort erwischte er einen schwachen Start und lief danach vergeblich einem Rückstand gegen Selby hinterher. Sollte er heuer einen ähnlichen Lauf haben, wird es im Finale dieses Mal anders aussehen.

      Noch ein bemerkenswertes Detail zur Auslosung: alle sieben asiatischen Spieler (5 Chinesen, 1 Hongkong-Chinese und 1 Thailänder) befinden sich in der oberen Hälfte des Turnierbaums – mit Selby und O’Sullivan.

      Das war’s der einleitenden Worte für meine Handvoll treuen Leser ;) Morgen um 11 Uhr geht’s los – live auf Eurosport und in den unendlichen Weiten des Internets.
    • Tag 1 – Schottisches Derby
      11:00 --- Mark Selby – Fergal O’Brien
      11:00 --- Anthony McGill – Stephen Maguire
      15:30 --- Ronnie O’Sullivan – Gary Wilson
      15:30 --- Kyren Wilson – David Grace
      20:00 --- Mark Selby – Fergal O’Brien
      20:00 --- Anthony McGill – Stephen Maguire

      Was für ein leckeres Line-Up zum Auftakt der Snooker-WM!!!

      Der Titelverteidger und Weltranglistenerste Mark Selby trifft auf Fergal O’Brien, der den sagen wir mal eher gemächlicheren Spielertyp vertritt. Wer ein Fan von spektakulären Offensiv-Spektakeln & Break-Festivals ist, sollte hier besser nicht einschalten. Wer aber ein Genießer von taktisch hochklassigem Snooker ist, ist hier genau richtig. Wenn es O’Brien gelingt, das Match einigermaßen ausgeglichen zu gestalten, könnte es leicht bis nach Mitternacht gehen.

      Nichts gegen taktisches Snooker, aber ich werde mich definitiv auf das Parallel-Match konzentrieren: das schottische „Derby“ zwischen Anthony McGill und Stephen Maguire. Bereits im Vorjahr musste Maguire gleich am ersten Tag gegen einen Landsmann ran – er verlor mit 7:10 gegen den späteren Halbfinalisten Alan McManus, der heuer die Qualifikation verpasst hat. McGill ist mir immens sympathisch und aktuell neben O’Sullivan mein persönlicher Favorit. Ich erwarte ein recht ausgeglichenes Match mit leichten Vorteilen für McGill.

      Ich habe mich sehr gefreut, dass Gary Wilson erstmals die Quali für die WM geschafft hat. Seit er vor zwei Jahren im Finale der China Open stand, ist es wieder recht ruhig um ihn geworden. Als ich dann die Auslosung gesehen hab, dachte ich mir: Oje, oje. Wäre es nicht sein Debüt, würde ich sogar eine Chance sehen, dass er Ronnie O’Sullivan rauswirft - unbesiegbar ist der (momentan) nicht (mehr). Aber mit der Atmosphäre im Crucible Theatre muss man erstmal klarkommen, deshalb rechne ich mit einem recht ungefährdeten Sieg für O’Sullivan.

      Und dann ist auch noch Kyren Wilson im Einsatz, mein persönlicher „zukünftiger Weltmeister“. Kurz gesagt: heuer noch nicht. Aber das Halbfinale traue ich ihm schon zu, da er ein meiner Ansicht nach ein vergleichbar machbares Tableau-Viertel erwischt hat. (Beim Korrektur-Lesen denke ich mir so: Mhm. Bingham, Higgins, Allen, Gould … Machbar, sagt er. Mhm. Aber ja, doch.) Mag sein, dass ich total daneben liege, aber ich denke, David Grace wird in diesem Match nicht viel zu melden haben.

      In der 1. Runde wird Best of 19 gespielt, verteilt auf zwei Sessions (9-10).
    • Gehört irgendwie auch einfach dazu zur WM: Endspiel auf die Farben vorbei, Gleichstand im Frame - und Eurosport schaltet fröhlich in die Werbung. Das mit der Re-spotted black lernen die wohl nicht mehr ... Wilson verschießt und lässt Schwarz genau vor der Ecktasche liegen - O'Sullivan sagt danke und führt jetzt mit 5:1. Im Parallelmatch hat auch K. Wilson seine Führung ausgebaut - aktuell 4:2 gegen Grace.
    • Beide Qualifikanten zeigen in dieser Session heftige Gegenwehr. Gary Wilson holt Frame 9 auf Schwarz und verkürzt damit gegen Ronnie O'Sullivan auf 4:5. Die Entscheidung fällt morgen Nachmittag ab 15:30. Auch für David Grace ist noch alles drin, auch er liegt nur mit einem Frame gegen Kyren Wilson zurück. Dieses Match wird morgen bereits ab 11 Uhr entschieden. In ca. 45 Minuten geht's weiter mit den beiden ersten Erstrunden-Entscheidungen: Selby gegen O'Brien (8:1) und McGill gegen Maguire (2:7).
    • Stephen Maguire verpasst einen neuen Rekord an "Unanswered points" im Crucible - also Punkte, ohne dass der Gegner auch nur einen einzigen Punkt gemacht hätte. Mit 447 Punkten ohne einen Punkt von McGill liegt er in dieser Statistik nun auf dem 3. Platz hinter John Higgins (485) und Ronnie O'Sullivan (448). Viel wichtiger wird ihm aber der Spielstand sein, und der ist sehr erfreulich aus seiner Sicht: Er führt klar mit 8:2 gegen seinen Landsmann Anthony McGill. Am Nebentisch braucht Mark Selby nur noch einen einzigen Frame, er liegt gegen Fergal O'Brien mit 9:1 voran.
    • Mark Selby gewinnt sein Erstrundenmatch gegen Fergal O'Brien souverän mit 10:2 und kann sich jetzt erst mal ein paar Tage lang ausruhen. Heute in einer Woche erst beginnt sein Achtelfinal-Spiel gegen den Sieger aus dem Match Ryan Day gegen Xiao Guodong. Und auch am zweiten Tisch ist der Snooker-Abend bereits zu Ende: Stephen Maguire zeigt im schottischen Duell eine starke Leistung und besiegt Anthony McGill ebenfalls mit 10:2. Auch er hat jetzt eine Woche Pause, bevor er sein Achtelfinale gegen den Sieger aus Judd Trump gegen Rory McLeod beginnt.
    • Tag 2 – O’Sullivan in Bedrängnis
      11:00 --- 0:0 --- Shaun Murphy – Yan Bingtao
      11:00 --- 5:4 --- Kyren Wilson – David Grace
      15:30 --- 5:4 --- Ronnie O’Sullivan – Gary Wilson
      15:30 --- 0:0 --- Stuart Bingham – Peter Ebdon
      20:00 --- 0:0 --- Marco Fu – Luca Brecel
      20:00 --- 0:0 --- Mark Allen – Jimmy Robertson


      Zwei weitere Entscheidungen stehen an, und nach der 1. Session sind beide Matches recht ausgeglichen. David Grace und Gary Wilson zeigen bei ihrem Debüt beide eine ansprechende Leistung, man darf also über einen Außenseitersieg spekulieren. Vor allem ein Aus von O’Sullivan in der 1. Runde wäre ein Riesenschock: Bei seinen bisher 24 Teilnahmen musste er sich erst dreimal nach der 1. Runde verabschieden.

      In knapp zwei Stunden debütiert der erste Spieler, der nicht 19tadadaa geboren ist, im Crucible Theatre: Yan Bingtao ist mit 17 Jahren heuer der jüngste Teilnehmer und gilt wie gesagt als Riesentalent. Ich traue ihm gegen Shaun Murphy eine Überraschung zu – andererseits ist Murphy sicher daraus aus, sein letztjähriges Erstrunden-Aus vergessen zu machen.

      Stuart Bingham ist in der (noch provisorischen) Weltrangliste wieder in etwa dort gelandet, wo er meiner Meinung nach hingehört. Da die Punkte für seinen WM-Gewinn 2015 aus der Wertung fallen, fällt er vorübergehend von Platz 3 auf Platz 10 zurück. Seine Position in den Top 16 ist aber nicht gefährdet, und mit einer guten Leistung könnte er sich eventuell wieder ein wenig nach vorne arbeiten. Sein erster Gegner ist altbekannt und zäh: Peter Ebdon. Der hat zuletzt 2008 die 1. Runde bei einer WM überstanden, und auch dieses Mal denke ich, dass es für ihn nicht weiter gehen wird.

      Im nächsten Match gibt es, wenn man sich die bisherigen Saisonleistungen anschaut, einen recht klaren Favoriten: Marco Fu spielt nach seinem Halbfinal-Aus gegen Selby bei der WM im letzten Jahr eine tolle Saison – Sieg bei den Scottish Open, einige weitere gute Ergebnisse und Platz 5 bei den „Season Points“, also den Weltranglisten-Punkten (bzw. Preisgeld), die in dieser Saison geholt wurden. Luca Brecel dagegen hatte in den letzten Monaten so seine Schwierigkeiten. Der hochtalentierte Belgier – übrigens heuer der einzige Kontinental-Europäer im Crucible – erreichte zwar das Viertelfinale bei der UK Championship, aber ansonsten klappte nicht so viel. Zum besseren Vergleich mit Fu: Brecel liegt bei den Season Points aktuell nur auf Platz 41. Ich denke, dass Fu sich durchsetzen wird und auch heuer aufzeigen wird. Ich sehe ihn im Viertelfinale, wo es wieder gegen Selby gehen könnte …

      Nach seiner Achtelfinal-Niederlage im vergangenen Jahr hat Mark Allen getwittert: „another year wasted“, wenn ich mich richtig erinnere … Nun, ich befürchte, es wird ihm auch heuer nicht viel besser ergehen. Glaube nicht, dass Allen jemals Weltmeister wird – aber wir wissen ja, Bingham und so. Habe ich emotional wohl nie so ganz verarbeitet ^^ Jimmy Robertson hat bei seinen bisherigen zwei WM-Teilnahmen zwar noch nie die 2. Runde erreicht, aber trotzdem tippe ich in diesem Match auf einen Sieg für den Qualifikanten.

      Alle vier Matches, die heute beginnen, werden morgen beendet. Und weil ich die Weltrangliste angesprochen habe, hier kurz zur Erklärung: Das Preisgeld der letzten beiden Saisonen fließt in die Weltrangliste ein. Da die WM so enorm viel Preisgeld ausschüttet, sind auf den ersten beiden Plätzen meist die Weltmeister der beiden letzten Jahre zu finden. Mark Selby ist derzeit so überragend, dass der Zweitplatzierte Judd Trump ihn nicht einmal mit einem WM-Titel vom ersten Platz verdrängen könnte. Außerdem hat Selby die Chance, die Million zu knacken, d.h. 1 Mio. Britische Pfund Preisgeld in den letzten beiden Saisonen. Dazu müsste er das Halbfinale erreichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Jürgen63 ()

    • Neu

      Interessanter erster Frame der Session: Wilson 54:0 voran, O'Sullivan gleicht aus, verstellt sich aber auf Gelb. Safeduell und O'Sullivan legt einen exzellenten Snooker auf Gelb, der Wilson 24 Foulpunkte kostet. Dann locht O'Sullivan Gelb - und verschießt Grün. Weiteres Safeduell, bis sich O'Sullivan auch Grün, Braun und Blau sichern kann. Verschießt Pink - und Wilson spielt trotz einer 15-Punkte-Lücke weiter, aber vergeblich. O'Sullivan führt damit nun mit 6:4.