Artikel 103

  • Was ist da nur los in Salzburg?

    Das werden sich wohl viele Fans, die der Bullen sowieso, nach dem eigenartigen 1:9 Debakel in Wien fragen. Zwar ist die Saison noch jung, gerade mal vier Runden sind gespielt und Überraschungen bot die Liga in dieser Startphase ohnehin schon einige – etwa die Tabellenführung des HC Bozen, der mühsame Start des Titelverteidigers KAC, die aktuellen Siege von Innsbruck und Dornbirn, der gute Lauf des VSV und so weiter und so fort.

    Aber der Fehlstart von Red Bull Salzburg muss tiefere Gründe haben, selten hat man eine so desolate Leistung eines Titelaspiranten (?) gesehen, wie gestern in der Albert Schultz Halle. Da hat man in der European Trophy teils durchaus achtbare Leistungen abgeliefert und allgemein war von einem neuen Stil unter Trainer Don Jackson die Rede, der mehr auf Kontinuität setzt und seinen Spielern auch mehr Freiräume erlaubt, als es der von vielen (zu Recht?) verteufelte Pierre Pagé jemals getan hat. Nun, Pagé ist in Salzburg…
  • Ich habe mich schon in meinem letzten Blog anlässlich der erfolgreichen Olympia-Qualifikation für Sochi 2014 mit der österreichischen Nationalmannschaft befasst und möchte das eben jetzt wieder tun, nach dem in Helsinki der bittere Abstieg in die WM-Zweitklassigkeit besiegelt wurde. Eigentlich ein Resultat, das den Realitäten und gewohnten Abläufen entspricht. Österreich ist als Aufsteiger (genauso wie EBEL-Partner Slowenien) prompt wieder abgestiegen, bleibt also dem bekannten Muster der „Liftmannschaft“ treu: Auf- und Abstieg wechseln in schöner Regelmäßigkeit im Jahresrhythmus, jetzt schon zum fünften Mal.

    Doch wie sehr klaffen diesmal reales Geschehen und nackte Statistik auseinander! Unser Eishockeyteam darf hoch erhobenen Hauptes das Eis in Helsinki verlassen, trotz des letztlichen Scheiterns hat sich das Team so gut wie selten verkauft und in allen Spielen (auch gegen die „Großen“) gut dagegen gehalten. Mehr als das, ist es auch aktiv und offensiv aufgetreten. Welch ein…
  • War der Check an Martin Schumnig ein Foul oder keines, das ist wohl derzeit die meist diskutierte Frage in der Eishockeyszene. Auch wir haben am Sonntag diskutiert ob der Check ein Check gegen den Kopf war oder nicht, haben auch noch lange nach der ServusTV-Übertragung mit Experten diskutiert. Viele meinen Ja, es war ein „Check to the head“, viele meinen Nein.



    Aber ganz egal, ob der Check ein vom Regelbuch her „regulärer“ Check war, er war sicherlich nicht „fair“! Benjamin Petrik hat Martin Schumnig mit voller Wucht „blindside“ erwischt, dh Schumnig hatte nicht den Funken einer Chance sich auf den Check einzustellen. „Blindside“-Vergehen können schwere Verletzungen mit sich ziehen (in der NHL bspw. werden solche Checks rigoros geahndet) und genau aus diesem Grund müssen die Spieler auch gegenseitig auf sich aufpassen. Respekt ist hier das Schlüsselwort! Man muss doch nicht mit voller Wucht den Check zu Ende fahren, wenn man sieht, dass der Gegner eben gar…
  • "Danke Constantin Braun" - das war eine der Hauptaussagen aus dem österreichischen (Medien)-Lager nach dem historischen Nichtsieg gegen Deutschland, der Österreich die Qualifiaktion für die olympischen Spiele in Sotschi beschert hat.
    Was hat Braun genau gesagt? Befragt, warum die deutsche Mannschaft Österreich besiegen würde, hatte der Berliner direkt nach dem verlorenen Italien-Spiel gemeint:

    ""Weil es einfach Österreich ist. Wir sind Deutschland, die sind Österreich."


    Braun bezog sich dabei auf die Statistiken der letzten Aufeinandertreffen zwischen den beiden Teams, vor allem, wenn es um etwas ging, wie beispielsweise vor vier Jahren in Hannover, als Österreich als klar besseres Team trotzdem das Nachsehen hatte und der DEB-Auswahl 1:2 unterlag.

    Das Ende der Geschichte ist bekannt: Manny Viveiros hat dieses Interview vor dem entscheidenden Spiel quasi als letzten Motivationsschub seinen Cracks nochmals vorgespielt und Österreich schlussendlich die Qualifikation gegen den…
  • Der Jubel über die Qualifikation des österreichischen Eishockeynationalteams für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ist schier grenzenlos – und er ist mehr als berechtigt. Selbst in den meisten Medien, die sich auf die ja aus österreichischer Sicht bisher sehr enttäuschend verlaufende Alpine Schi WM in Schladming konzentrieren, wird diesem Erfolg breiter Raum eingeräumt.

    Die einschlägigen Fan-Foren sind ohnehin voll des Lobs und der Genugtuung, dass unseren Eishacklern dieser Triumph ausgerechnet in Deutschland gegen unsere „Lieblingsnachbarn“ gelungen ist. Dass sich nach dem Turniersieg in Bissingen-Bietigheim das ebenfalls oft zitierte „Cordoba-Feeling“ einstellt, liegt wohl auch daran, dass einige der deutschen Spieler (insbesondere Konstantin Braun) in ungeschickten und unbedachten Interviews das Vorurteil vom arroganten Deutschen, der auf die kleinen „Ösis“ verächtlich herunter schaut , vollinhaltlich bestätigt haben. Jetzt müssen sie mit dem…
  • Aufklärung zur Facebook-Anfrage während der Servus TV Übertragung am vergangenen Sonntag. Nicht zu Unrecht hat ein User gefragt, warum Tyler Myers und Sam Gagner nicht mehr für den KAC spielen durften, andererseits Jan Mursak sehr wohl noch für Ljubljana aufs Eis ging. Ebenso spielte Torhüter Thomas Greiss in der DEL noch für die Hannover Scorpions.
    Da ich live auf Sendung mit dieser Frage selbst überfordert war, folgt die Lösung heute per Blog:
    Sämtliche NHL-Spieler wurden im Laufe des Sonntags darüber informiert, dass der Lock Out beendet sei und sie schnellstmöglich die Reise nach Nord-Amerika antreten sollten. Tyler Myers hat beispielsweise durch seinen Teamkollegen und KAC-Goalie Rene Swette im Auto vom Ende des Lock Outs erfahren, wie er uns im TV-Interview geschildert hat.

    Ein explizites "Spiel-Verbot" seitens der NHL oder der Club-Besitzer gibt es juristisch nicht. Jedes weitere Spiel birgt jedoch die große Gefahr einer Verletzung und sollten beispielsweise die Red Wings…
  • Nun gut, KAC-Trainer Christian Weber ist als Chef der Kampfmannschaft nach nicht einmal einem Jahr wieder Geschichte. Ein schneller Weg vom Wunderwuzzi, der das Klagenfurter Eishockey retten sollte, zum gedemütigten Spielball im Vorstands-Ping-Pong.

    Link zum Artikel Blog Klagenfrist

    Aber wie geht’s mit Christian Weber nun weiter? Vielleicht gibt es bei Erscheinen dieses Blogs bereits eine Lösung – vielleicht aber auch nicht.

    Machen wir einen Blick zurück in den Sommer 2011. Christian Weber wird mit großem Tam-Tam als neuer hauptberuflicher Nachwuchstrainer des KAC präsentiert. Damit rühmen sich die Klagenfurter nicht zu Unrecht, eines jener Teams zu sein, das seriös an der Arbeit unterhalb der Profis interessiert ist und sogar ernsthaft plant (wenn auch immer weniger) Eigenbauspieler in den EBEL-Kader einzubauen. Das prinzipielle österreichische Übel von ehrenamtlichen oder besseren Hobbytrainern soll hier aber gar nicht groß zum Thema gemacht werden.

    Jedenfalls dürften die…
  • Jänner 2010: Der KAC-Vorstand ist mit seinem Trainer unzufrieden. Trotz hoher Investitionen im Sommer davor spielt die Mannschaft nicht so, wie sich Verein, Fans und Medien das vorstellen. Tabellenplatz acht. Daher wird dem Trainer eine Frist gesetzt.

    Bereits beim kommenden Spiel möchte Vizepräsident Hellmuth Reichel (laut hockeyfans.at) "eine Entwicklung sehen, denn schließlich gehe es in letzter Konsequenz auch um den Job des Trainers." Der Trainer bleibt schließlich im Amt, der KAC scheitert in Spiel VII des Viertelfinales an Red Bull Salzburg.

    Februar 2012: Der KAC-Vorstand ist mit seinem Trainer unzufrieden. Trotz hoher Investitionen im Sommer davor spielt die Mannschaft nicht so, wie sich Verein, Fans und Medien das vorstellen. Tabellenplatz sechs. Daher wird dem Trainer eine Frist gesetzt. Vizepräsident Hellmuth Reichel: "Ich sehe keine Entwicklung in die richtige Richtung" (hockeyfans.at). Es folgt eine knappe Auswärtsniederlage bei Red Bull Salzburg und ein klarer…